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(Foto: © Priska Ketterer / Lucerne Festival)
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Lucerne Festival

Lucerne Festival gehört zu den international führenden Festivals im Bereich der klassischen Musik. Gegründet wurde Lucerne Festival 1938, Intendant ist seit 2026 Sebastian Nordmann.

Das zentrale Festival im Sommer von Mitte August bis Mitte September bietet ein vielfältiges Angebot von rund 100 Konzerten und weiterführenden Veranstaltungen. Jedes Sommer-Festival hat ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Dramaturgie des Programms zieht. Geboten wird ein vielfältiges Angebot an Konzertformaten – Sinfoniekonzerte, Kammermusik, Rezitale, De­buts, Late Nights und vieles mehr. Flankiert wird Lucerne Festival Summer von Kurzfestivals im Frühling und Herbst: vor Ostern von einer Frühjahrs-Residenz des Lucerne Festival Orchestra, im Mai von Lucerne Festival Pulse mit dem isländischen Ausnahmepianisten Víkingur Ólafsson und im November von Lucerne Festival Forward, dem Herbst-Festival für Gegenwartsmusik. Das KKL Luzern, erbaut von Jean Nouvel und für seine Akustik ebenso berühmt wie für seine Architektur, ist die zentrale Spielstätte von Lucerne Festival.

Kontakt

Lucerne Festival
Hirschmattstr. 13
CH-6002 Luzern

Telefon: +41 (0)41 226 44 00
Fax: +41 (0)41 226 44 60
E-Mail: info@lucernefestival.ch

Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Lucerne Festival

Festival

Lucerne Festival Summer

«American Dreams»

Do 13.8.2026 - So 13.9.2026

Das erste Sommer-Festival unter der Leitung des neuen Intendanten Sebastian Nordmann steht unter dem Motto «American Dreams» und präsentiert über 120 Veranstaltungen an insgesamt 32 Tagen, vom 13. August bis 13. September. Nordmanns Programm bewahrt den künstlerischen Kern des grössten Klassik-Festivals der Schweiz und entwickelt das Profil gleichzeitig weiter: Die renommiertesten internationalen Solist*innen und Orchester bilden den Schwerpunkt des Konzertkalenders, 20 Sinfonieorchester treten in nur einem Monat auf. Das Lucerne Festival Orchestra gestaltet sechs Abende sowie zwei «Klassik für alle: 40min», und die Lucerne Festival Academy wird erstmals von ihrem neuen künstlerischen Leiter, dem Komponisten, Klarinettisten und Dirigenten Jörg Widmann geleitet. Darüber hinaus gibt es auf allen Ebenen Neues zu entdecken: zum Beispiel innovative Konzertformate wie «Mittendrin», spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche mit «Luege Lose Erläbe», das neue «Klassik für alle: Open Air» am Tag vor der offiziellen Eröffnung. Der Geiger Augustin Hadelich tritt als diesjähriger «artiste étoile» in vier Konzerten auf, Mark Andre übernimmt die Rolle des composer-in-residence.

Mit dem Motto «American Dreams» schlägt Lucerne Festival eine Brücke zur vielfältigen amerikanischen Musikgeschichte, die reich ist an Stilrichtungen und Ausdrucksformen verschiedenster Kulturen, und Bezüge zu Musical und Filmmusik, Jazz oder Minimal Music herstellt. Im Eröffnungskonzert am 14. August stehen Werke von George Gershwin und Charles Ives auf dem Programm des Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly, ausserdem spielen Solist*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) Steve Reichs New York Counterpoint in einer Fassung für elf Klarinetten. Als Abschlusskonzert am 13. September erklingt Gershwins Porgy and Bess mit dem Chineke! Orchestra und dem Vokalensemble der Cape Town Opera unter Kwamé Ryan. Beim Festival sind Werke vieler amerikanischer Komponist*innen zu erleben. Einige davon erklingen erstmals bei Lucerne Festival wie die Erste Sinfonie von Charles Ives mit dem Lucerne Festival Orchestra oder Aaron Coplands Appalachian Spring und Samuel Barbers Klavierkonzert, mit der Pianistin Yuja Wang und dem Mahler Chamber Orchestra. Lucerne Festival begrüsst den Wahl-Amerikaner und «artiste étoile» Augustin Hadelich und viele Gäste aus der «Neuen Welt», von der jungen Lyrikerin Amanda Gorman und der Klarinettistin Doreen Ketchens bis zum Met Orchestra unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin.

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© Decca Records 2024
Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Jakub Hrůša | Ray Chen

Lucerne Festival Orchestra
Jakub Hrůša, Dirigent
Ray Chen, Violine


Erich Wolfgang Korngold (1897–1957): Violinkonzert D-Dur op. 35
Richard Strauss (1864–1949): Eine Alpensinfonie op. 64

In ganz grosser Besetzung tritt das Lucerne Festival Orchestra zu diesem Konzert an: Richard Strauss’ farbenprächtige Alpensinfonie sieht allein 64 Streicher vor, vierfach besetzte Holzbläser, acht Hörner auf der Bühne und zwölf dahinter, dazu je vier Trompeten und Posaunen, zwei Basstuben, zwei Harfen, Orgel, Celesta und riesiges Schlagwerk. Aber Strauss holt aus diesem gigantischen Klangkörper die feinsten Nuancen heraus und schildert eine Bergwanderung in 22 Stationen. Jagdhörner schallen, Herdenglocken läuten, der Wasserfall rauscht — und der tschechische Dirigent Jakub Hrůša versteht es wunderbar, dieses üppige Klanggemälde zum Leuchten zu bringen. Strauss war der Erfolgskomponist seiner Zeit, doch mit dem jungen Erich Wolfgang Korngold erwuchs ihm in den 1920er Jahren ein echter Rivale. Was wäre geschehen, hätte Korngold nicht ins Exil nach Amerika gehen müssen, wo er mit seinen Filmmusiken für Furore sorgte? Erst 1945 kehrte er zum klassischen Repertoire zurück und legte sein schwelgerisches Violinkonzert vor. Der taiwanesisch-australische Geiger Ray Chen wird es vortragen: «Zum Sterben schön», urteilte die Huffington Post über sein Spiel.

Pause um ca. 19.10 Uhr
Konzertende gegen 20.35 Uhr

17.30 Uhr
Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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© Priska Ketterer/Lucerne Festival
Konzert

HSLU Ensemble

Klassik für alle: 40min

HSLU Ensemble

«Urknall der Minimal Music: Terry Rileys In C»
Terry Riley (*1935): In C

Klassik im Kurzformat, bei freiem Eintritt und ganz casual. Mit Musik und im Gespräch stellen wir Ihnen am frühen Abend ausgewählte Künstler*innen und Werke vor: junge Talente und gefeierte Stars, Klassiker der Klassik und aufregende Hörabenteuer.

Information:
Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der Veranstaltung, ab Mittwoch, 02.09. | 10.00 Uhr, können Sie über lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Rest­tickets bezogen werden.

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© Simon Pauly
Konzert

Konzerthausorchester Berlin | Rundfunkchor Berlin | Joana Mallwitz

«räsonanz» – Stifterkonzert

Konzerthausorchester Berlin
Rundfunkchor Berlin
Florian Helgath, Choreinstudierer
Joana Mallwitz, Dirigentin


Hans Werner Henze (1926–2012): Sinfonia N. 9 für gemischten Chor und Orchester.
Dichtung auf Anna Seghers’ Roman "Das siebte Kreuz" von Hans-Ulrich Treichel

Eine fast einstündige Neunte Sinfonie mit Chor und grossem Orchester: Wer denkt da nicht an Beethoven? Doch «statt die Freude, den schönen Götterfunken zu besingen», evoziere er in seiner Sinfonia N. 9 eine «Welt des Grauens und der Verfolgung, die weiterhin ihre Schatten wirft», erklärte Hans Werner Henze. Zugrunde liegt Anna Seghers’ antifaschistischer Jahrhundertroman Das siebte Kreuz: Sieben Häftlinge fliehen in Nazi-Deutschland aus einem Konzentrationslager, nur einer von ihnen kann sich in die Freiheit retten. Eindringlich und mit grossem Einfühlungsvermögen zeichnet Henze die Todesangst der Flüchtenden und die Brutalität der Verfolgung nach: «eine Apotheose des Schrecklichen und Schmerzlichen» und zugleich «Ausdruck der allergrössten Verehrung für die Leute, die Widerstand geleistet haben in der Zeit des nazifaschistischen Terrors». Das Konzerthausorchester Berlin und seine gefeierte Chefdirigentin Joana Mallwitz geben mit Henzes erschütterndem Bekenntniswerk ihren Festival-Einstand. Und weil Joana Mallwitz nicht nur eine begeisternde Dirigentin ist, sondern auch ohrenöffnend über Musik zu sprechen versteht, wird sie zu Beginn des Konzerts selbst in die Sinfonie einführen.

Dieses Konzert hat keine Pause und endet gegen 20.50 Uhr.

19.30 Uhr
Einführung im Konzert: Joana Mallwitz im Gespräch mit Sebastian Nordmann

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© Cat Arwel Photography
Konzert

Mared Pugh-Evans

Mared Pugh-Evans, Harfe

Gareth Glyn (*1951): Erddigan
Gabriel Fauré (1845–1924): Impromptu für Harfe op. 86
Nino Rota (1911–1979): Sarabanda e Toccata
Grace Williams (1906–1977): Hiraeth
Carlos Salzedo (1885–1961): Ballade für Harfe op. 28
Marcel Grandjany (1891–1975): The Colorado Trail op. 28
Benjamin Britten (1913–1976): Suite for Harp op. 83
Marcel Grandjany (1891–1975): Rhapsodie

Als bei einer Schulversammlung Harfenunterricht angeboten wurde, schnellte die Hand von Mared Pugh-Evans sofort in die Höhe. Sie sei immer sehr brav gewesen, das liege in ihrer Natur, aber dieser Moment könne als das wohl Durchtriebenste gelten, was sie je gemacht habe, erinnerte sie sich später in einem Interview. Die kleine Mared war damals sechs Jahre alt, ihr Vater Rektor ihrer Primarschule. Und eben dieser Rektor schaute am Rednerpult ziemlich verblüfft aus der Wäsche — vielleicht überschlug er im Kopf kurzerhand das Familienbudget, kostet eine gute Harfe doch locker mehrere 10 000 Pfund. Im Fall von Mared hat sich diese Investition allerdings mehr als gelohnt: Bereits mit elf Jahren bewies sie sich in Konkurrenzen und wurde seither vielfach ausgezeichnet. Die Krönung: 2024 ernannte sie König Charles III. zu «The King’s Harpist» — ein royales Amt, das im Jahr 2000 vom damaligen Prince of Wales nach langer Pause wiederbelebt worden war. Damals ging er an Catrin Finch und damit an genau jene Harfenistin, deren Konzert die kleine Mared einst so gebannt gelauscht und sich danach für die Harfe begeistert hatte. Ein «full circle», wie er schöner nicht sein könnte!

Dieses Konzert hat keine Pause und endet gegen 13.30 Uhr.

Musik & Mittagessen
Geniessen Sie nach dem Konzert ein feines Menü.
Mehr unter lucernefestival.ch/lunchkonzerte

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© James Hole
Konzert

Tschechische Philharmonie | Semyon Bychkov | Yunchan Lim

Tschechische Philharmonie
Semyon Bychkov, Dirigent
Yunchan Lim, Klavier


Bedřich Smetana (1824–1884): Die Moldau
Maurice Ravel (1875–1937): Klavierkonzert G-Dur
Antonín Dvořák (1841–1904): Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Als der 18-jährige Yunchan Lim 2022 mit Rachmaninows Drittem Klavierkonzert den Van-Cliburn-Wettbewerb gewann, standen der Dirigentin Marin Alsop die Tränen in den Augen. Die Jury war nicht minder bewegt von dem, was sie gerade gehört hatte. Da ging einer ins Rennen, der einfach anders spielte: kraftvoll und zärtlich, reif und elektrisierend zugleich, wie Juror Stephen Hough befand. Sein Kollege Jean-Efflam Bavouzet stellte verblüfft fest: «Ich war einfach sprachlos.» Die Karriere des jungen Koreaners zündete danach wie eine Rakete. Und das, obwohl er auf alle Mätzchen verzichtet und ausschliesslich für die Musik lebt, wie ein Priester für Gott. Mit Maurice Ravels zwischen baskischer Folkore und Mozart-Anklängen pendelndem G-Dur-Klavierkonzert stellt er sich nun bei Lucerne Festival vor: Es dürfte ein Ereignis werden. Die Tschechische Philharmonie wird ihm dabei zur Seite stehen und den Auftritt mit zwei «Greatest Hits» aus ihrer Heimat umrahmen. Chefdirigent Semyon Bychkov eröffnet den Abend mit dem tschechischen Klassiker schlechthin, mit Bedřich Smetanas weltberühmter Moldau . Und nach der Pause gibt es Antonín Dvořáks Siebte Sinfonie, seine wohl heroischste.

Pause um ca. 20.20 Uhr
Konzertende gegen 21.25 Uhr

18.30 Uhr
Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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© Julia Wesely
Konzert

Mahler Chamber Orchestra | Yuja Wang | Teddy Abrams

Mahler Chamber Orchestra
Yuja Wang, Klavier und Musikalische Leitung (Tsfasman)
Teddy Abrams, Dirigent (erste Konzerthälfte)


Aaron Copland (1900–1990): Appalachian Spring. Suite für Orchester
Samuel Barber (1910–1981): Klavierkonzert op. 38
Paul Dukas (1865–1935): Fanfare pour précéder «La Péri»
Samuel Barber (1910–1981): Mutations from Bach für Blechbläser und Pauken
Alexander Tsfasman (1906–1971): Jazz Suite für Klavier und Orchester

Seit 25 Jahren begeistert Yuja Wang mit ihrer stupenden Virtuosität die Musikwelt, doch Routine hat sich bei ihr nie eingeschlichen. Immer ist sie auf der Suche nach Neuem, will Unbekanntes entdecken, sich neu erfinden. Das Festival-Motto «American Dreams» stiess bei ihr sofort auf Widerhall. Deshalb hat sie Samuel Barbers Klavierkonzert in ihr Repertoire aufgenommen: ein Werk, das bei Prokofjew und Rachmaninow anknüpft, aber auch Einflüsse von Bartók und vom Jazz bietet. Das Ergebnis geriet so beeindruckend, dass Barber dafür 1963 den Pulitzer-Preis erhielt. Richtig vergnüglich geht es zu, wenn Yuja Wang im zweiten Teil die Jazz Suite des Ukrainers Alexander Tsfasman spielt und dabei selbst auch die Musikalische Leitung übernimmt. Sie hat ein echtes «Feeling» für den Jazz und wurde nicht zufällig 2024 mit dem Grammy für ihr Album The American Project ausgezeichnet. Am Pult stand dabei ihr langjähriger Freund Teddy Abrams. In Luzern dirigiert er den ersten Teil des Konzerts: mit Aaron Coplands herzerfrischendem Appalachian Spring zum Auftakt, der Anklänge an Folk Songs, Hymnen, Square Dance und Fiddle Music bietet. America at its best!

Pause um ca. 20.30 Uhr
Konzertende gegen 21.30 Uhr

18.30 Uhr
Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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© Eden Davis
Konzert

Poiesis Quartet

Poiesis Quartet: Sarah Ying Ma, Violine | Max Ball, Violine | Jasper de Boor, Viola | Drew Dansby, Violoncello

Jerod Impichchaachaaha' Tate (*1968): Pisachi. Six Epitomes for String Quartet
Coleridge-Taylor Perkinson (1932–2004): Streichquartett Calvary
Maurice Ravel (1875–1937): Streichquartett F-Dur

Etwas Neues schaffen, etwas entstehen lassen, das bisher noch nicht existierte: Das bedeutet das altgriechische Verb «poiein». Ein passender Name, fand Sarah Ying Ma, als sie 2022 mit ihren Kommiliton*innen Max Ball, Jasper de Boor und Drew Dansby vom Oberlin Conservatory in Ohio ein Streichquartett gründete. Und die vier gaben gleich richtig Gas: Nach nur einem Jahr spielte sich das Poiesis Quartet, das sich kollektiv als queer identifiziert, prompt auf den ersten Platz bei der Fischoff National Chamber Music Competition. Fun Fact: Die finale Probenarbeit war von besonderer Dringlichkeit beflügelt, hatte man sich doch versehentlich zunächst anhand der Repertoirekriterien des Vorjahres vorbereitet. Weitere Auszeichnungen folgten, zuletzt der Erste Preis beim renommierten Streichquartett-Wettbewerb in Banff, mit dem auch das Debut bei Lucerne Festival verbunden ist. Der «American Dream» dieses amerikanischen Quartetts? Komponist*innen eine Bühne zu geben, die nicht zum klassischen Kanon gehören. Diese programmatische Freiheit schöpfen sie nun auch in Luzern voll aus: mit sechs Stücken von Jerod Impichchaachaaha’ Tate, der zur indigenen Minderheit der Chickasaw Nation in den USA gehört, und einem Quartett des schwarzen Komponisten Coleridge-Taylor Perkinson, der in seiner Musik Klassik, Jazz und Pop verschmilzt.

Dieses Konzert hat keine Pause und endet gegen 13.30 Uhr.

Musik & Mittagessen
Geniessen Sie nach dem Konzert ein feines Menü.
Mehr unter lucernefestival.ch/lunchkonzerte

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© Priska Ketterer/Lucerne Festival
Konzertante Aufführung

Dresdner Festspielorchester | Concerto Köln | Dresdner Festspielchor der Richard-Wagner-Akademie | Kent Nagano | Solist*innen

Götterdämmerung

Dresdner Festspielorchester
Concerto Köln
Dresdner Festspielchor der Richard-Wagner-Akademie
Kent Nagano, Dirigent
Young Woo Kim, Siegfried
Johannes Kammler, Gunther
Daniel Schmutzhard, Alberich
Patrick Zielke, Hagen
Åsa Jäger, Brünnhilde
Sophia Brommer, Gutrune
Olivia Vermeulen, Waltraute
Jasmin Etminan, Erste Norn
Marie Luise Dressen, Zweite Norn
Valentina Farcas, Dritte Norn
Ania Vegry, Woglinde
Ida Aldrian, Wellgunde
Eva Vogel, Floßhilde


Richard Wagner (1813–1883): Götterdämmerung.
Dritter Tag des Bühnenfestspiels "Der Ring des Nibelungen"

Vergessen Sie alles, was Sie über Wagner zu wissen glaubten! Kent Nagano, das Dresdner Festspielorchester und Concerto Köln setzen mit ihrer Aufführung der Nibelungen-Tetralogie neue Standards. Denn erstmals erklingt das Mammutprojekt in historisch informierter Aufführung. Ganz wie zu Wagners Lebzeiten spielen die Streicher auf Darmsaiten; die Blasinstrumente sind den zeitgenössischen Vorbildern nachgebaut, die Stimmung des Orchesters ist tiefer, und die Texte werden auch schon mal deklamiert und nicht nur traditionell «gesungen». Endlich versteht man alles — und manchmal erinnert es fast an Liedgesang. Mit einem internationalen Forschungsteam hat Nagano verblüffende Erkenntnisse zutage gefördert. Das Ergebnis ist frappierend. «Leicht und luftig» klinge dieser Wagner, stellte Jan Brachmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fest; insbesondere die Bläser verblüfften «mit einer schärferen Zeichnung in den Individualfarben: Das knarzt, rülpst und grunzt mit einer ungezogenen Körperlichkeit.» Mit der Götterdämmerung rundet sich der Ring in diesem Sommer. Und wir haben noch einmal die Chance, Wagners Musik so zu erleben, wie er sie wohl selbst gehört hat.

Konzertante Aufführung mit deutschen und englischen Übertiteln

erste Pause um ca. 19.05 Uhr, zweite Pause um ca. 20.40 Uhr
Konzertende gegen 22.30 Uhr

«The Wagner Cycles» in Zusammenarbeit mit den Dresdner Musikfestspielen

16.00 Uhr
Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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© Danny Williams
Konzert

Amanda Gorman | Jan Vogler

«An Evening of Poetry and Bach»

Amanda Gorman, Poesie und Rezitation
Jan Vogler, Violoncello


Amanda Gorman (*1998):
An Ode We Owe
Fugue
New Day’s Lyric
What We Carry
The Hill We Climb
verschränkt mit:
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Suite für Violoncello solo Nr. 1 G-Dur BWV 1007
Suite für Violoncello solo Nr. 5 c-Moll BWV 1011
Suite für Violoncello solo Nr. 3 C-Dur BWV 1009

Die Welt hielt den Atem an, als 2021 die damals 22-jährige Lyrikerin Amanda Gorman im kanariengelben Mantel bei der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden ihr Gedicht The Hill We Climb vortrug. Wie eine Mischung aus Performance und Predigt wirkte ihr Auftritt: Gorman entwarf ihren eigenen «American Dream» und weckte den Wunsch, die verwundete in eine wunderbare Welt zu verwandeln. Damit traf sie den Nerv der Zeit, griff sie doch die aktuellen Sorgen und Ängste auf, um zugleich Hoffnung zu spenden. Zum 11. September 2026, dem 25. Jahrestag der verheerenden Terroranschläge auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington, wird Amanda Gorman bei Lucerne Festival zu Gast sein. Gemeinsam mit dem Cellisten Jan Vogler gestaltet sie einen poetisch-musikalischen Abend. Gormans visionäre Verse treffen dabei auf Johann Sebastian Bachs unvergleichliche Suiten für Violoncello solo: ein Brückenschlag über 300 Jahre. Sie rezitiert zwischen den Sätzen, spricht manchmal aber auch direkt auf die Musik. So entsteht ein Dialog, der — wie Vogler betont — den Glauben an die Menschlichkeit stärkt und viele überraschende Einsichten bereithält.

Dieses Konzert hat keine Pause und endet gegen 21.00 Uhr.

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© Marie Rolland
Konzert

Thomas Ospital

Thomas Ospital, Orgel

Dudley Buck (1839–1909): Concert Variations on «The Star-Spangled Banner» op. 23
Sergej Rachmaninow (1873–1943): Die Toteninsel op. 29, transkribiert für Orgel von Louis Robilliard
Charles Ives (1874–1954): Variations on «America»
Marcel Dupré (1886–1971): Symphonie-Passion op. 23
Iain Farrington (*1977): Live Wire

Mit der amerikanischen Nationalhymne, dem Star-Spangled Banner, eröffnet Thomas Ospital sein Orgelrezital. Aber was der Komponist Dudley Buck damit anstellt, verschlägt einem den Atem — Patriotismus oder Militärparade sind da ganz fern. Und das ist nicht die einzige ironische Brechung. Dass ausgerechnet der Franzose Ospital, der 1990 in Bayonne zur Welt kam und seit 2015 Titularorganist von Saint-Eustache in Paris ist, zur «Voice of America» wird, lässt schmunzeln. Ebenso die Beobachtung, dass America, eine frühere, inoffizielle Nationalhymne der USA, die Charles Ives variiert, ausgerechnet auf der Melodie von God Save the King gründet. Aber Ospital belässt es nicht bei witzigen Pointen. Er spielt auch eine schillernde Transkription von Sergej Rachmaninows Tondichtung Die Toteninsel . Und er bringt die Symphonie-Passion des französischen Orgelmeisters Marcel Dupré zu Gehör: Der liess sich dazu von der grössten Orgel der Welt inspirieren, der Wanamaker Grand Court Organ in Philadelphia. Fetziger «Rausschmeisser» am Ende ist das Stück Live Wire von Iain Farrington: Das klingt, als würde es von einer Jazzband musiziert.

Dieses Konzert hat keine Pause und endet gegen 18.35 Uhr.

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Bewertungen & Berichte Thomas Ospital

© Steffi Retti
Konzert

MEUTE – Techno Marching Band

«Jubel — 10 Years»

Eine Techno Marching Band? Was ist denn das? Ganz einfach: Das ist spektakulär! Ausschliesslich auf akustischen Instrumenten, also rein analog, spielt MEUTE hypnotisch treibenden Techno und House — mit sattem Brass-Sound und drängenden Beats. Die elf Musiker mit den knallroten Jacken covern gefeierte Clubhits, spielen eigene Songs und sorgen mit Trommeln und Trompeten, Saxofon und Sousafon, Posaune und Marimba für eine energiegeladene Bühnenshow. Was 2015 als Experiment auf den Strassen des Hamburger Szenestadtteils St. Pauli begann, entwickelte sich schnell zu einem international gefeierten Phänomen: mit mehreren viralen Hits, weltweiten Tourneen, bislang vier Alben und Auftritten in der Serie Babylon Berlin . Kurz vor Festivalschluss kommt MEUTE erstmals nach Luzern und verwandelt das KKL in einen Dancefloor: Die Bässe wummern, die goldenen Knöpfe und Kordeln der Spielmannsuniformen glitzern im Strobolicht — und alle, wirklich alle, tanzen mit.

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© Priska Ketterer/Lucerne Festival
Konzert

Ensemble Helix/Studio für zeitgenössische Musik der Hochschule Luzern – Musik | Gregory Charette

Trance

Ensemble Helix/Studio für zeitgenössische Musik der Hochschule Luzern – Musik
Gregory Charette, Dirigent


Michael Gordon (*1956): Trance

Rausch durch Repetition: Das ist das Rezept der Minimal Music. Sie wiederholt einfache Melodiemuster wieder und wieder, variiert sie dabei nur leicht — und avancierte zu einem der wichtigsten amerikanischen Beiträge zur Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Michael Gordon, zusammen mit Julia Wolfe und David Lang einer der Mitbegründer des legendären New Yorker Kollektivs Bang on a Can, knüpft an Minimal-Pioniere wie Steve Reich oder Philip Glass an. Seine Musik ist aber auch unüberhörbar vom Rock inspiriert. So beginnt Trance mit einem markanten Riff des E-Basses. Saxofone, Synthesizer und E-Gitarre sorgen für einen rauen, überaus kraftvollen Ensemblesound. Gordon lässt in diesem 1995 entstandenen Stück kurze Motive aufeinanderprallen und entwickelt aus komplexen, sich ständig verschiebenden Rhythmen einen heftig pulsierenden 50-Minuten-Rausch: kantige, groovende Musik, die auf einen ekstatischen Höhepunkt zusteuert und durch Samples von buddhistischen und gregorianischen Gesängen erweitert wird.

Dieses Konzert hat keine Pause und endet gegen 12.00 Uhr.

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© Oscar O'Ryan
Oper

Chineke! Orchestra | Vokalensemble der Cape Town Opera | Kwamé Ryan | Solist*innen

Porgy and Bess

Chineke! Orchestra
Vokalensemble der Cape Town Opera
Kwamé Ryan, Dirigent
Nonhlanhla Yende, Bess
Conroy Scott, Crown
Lukhanyo Moyake, Sportin’ Life
Siyabulela Ntlale, Porgy
Brittany Smith, Clara
Siphamandla Moyake, Serena
Lungelwa Mdekazi, Maria
Magdalene Minnaar, Regie
Shaun Oelf, Choreographie
Grant van Ster, Choreographie
Maritha Visagie, Kostüme


George Gershwin (1898–1937): The Gershwin’s® Porgy and Bess®.
Oper in drei Akten von George Gershwin, DuBose und Dorothy Heyward und Ira Gershwin

Ob Summertime, It Ain’t Necessarily So oder I Got Plenty o’ Nuttin’ : In Porgy and Bess reiht George Gershwin Hit an Hit. Was leicht vergessen lässt, dass er keinesfalls ein glitzerndes Broadway-Musical komponierte, sondern eine wegweisende ernste Oper — die allerdings weniger nach Wagner oder Verdi klingt als vielmehr nach Spiritual und Jazz. Es geht um Arbeitslosigkeit und Armut, Drogen und Mord. Und um die unglückliche Liebesgeschichte zwischen dem gehbehinderten Bettler Porgy und der flattrigen Bess. Vor allem aber: Diese Oper spielt unter Afroamerikaner*innen — erstmals in der Geschichte des Musiktheaters. Das war mutig in den 1930er Jahren, zu Hochzeiten der Rassendiskriminierung. Genau wie Gershwins Vorgabe, Porgy and Bess sei ausschliesslich von schwarzen Sänger*innen aufzuführen. Bei Lucerne Festival können Sie die berühmteste und erfolgreichste Oper Amerikas mit dem Ensemble der Cape Town Opera erleben, Südafrikas einziger Musiktheatertruppe. Und auch das gefeierte Chineke! Orchestra, das nach seinen begeisternden Auftritten in den Sommern 2022 und 2024 an den Vierwaldstättersee zurückkehrt, setzt sich mehrheitlich aus People of Color zusammen.

Halbszenische Aufführung mit deutschen Übertiteln
Pause um ca. 17.25 Uhr
Konzertende gegen 19.20 Uhr

15.00 Uhr
Konzerteinführung mit Malte Lohmann (KKL Luzern, Auditorium)

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(Foto: © Priska Ketterer / Lucerne Festival)
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Das zentrale Festival im Sommer von Mitte August bis Mitte September bietet ein vielfältiges Angebot von rund 100 Konzerten und weiterführenden Veranstaltungen. Jedes Sommer-Festival hat ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Dramaturgie des Programms zieht. Geboten wird ein vielfältiges Angebot an Konzertformaten – Sinfoniekonzerte, Kammermusik, Rezitale, De­buts, Late Nights und vieles mehr. Flankiert wird Lucerne Festival Summer von Kurzfestivals im Frühling und Herbst: vor Ostern von einer Frühjahrs-Residenz des Lucerne Festival Orchestra, im Mai von Lucerne Festival Pulse mit dem isländischen Ausnahmepianisten Víkingur Ólafsson und im November von Lucerne Festival Forward, dem Herbst-Festival für Gegenwartsmusik. Das KKL Luzern, erbaut von Jean Nouvel und für seine Akustik ebenso berühmt wie für seine Architektur, ist die zentrale Spielstätte von Lucerne Festival.

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