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Robert Walser-Zentrum

Das Zentrum
Das Robert Walser-Zentrum ist ein Kompetenz-Zentrum zu Robert Walser und Carl Seelig. Zur Sicherung, Inventarisierung, Erforschung und Vermittlung seiner Bestände unterhält es das Robert Walser-Archiv sowie eine Forschungsbibliothek und eine Wechselausstellung. Das Zentrum realisiert in eigener Regie sowie in Zusammenarbeit mit Partnern Ausstellungen, Veranstaltungen, Publikationen und Editionen.

Robert Walser-Archiv
Das Robert Walser-Archiv sammelt, erschließt und publiziert seit mehr als 30 Jahren das Werk des Dichters. Es verfügt über eine einzigartige Dokumentation von Manuskripten, biografischen Materialien und wissenschaftlicher Literatur. Die Bestände werden von Besucher/innen aus dem In- und Ausland rege genutzt.

Aufbewahrt werden die wertvollen und empfindlichen Manuskripte im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA) der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern. Die Autographen können von Benutzern in den Räumlichkeiten des Robert Walser-Zentrums in der Form von Digitalisaten eingesehen werden. In begründeten Fällen können ausnahmsweise die Originale im SLA konsultiert werden (die Anträge sind ans Robert Walser-Archiv zu richten).

Zu den mittel- und längerfristigen Arbeitsprojekten des Robert Walser-Archivs gehören die Inventarisierung, Katalogisierung, Digitalisierung und Konservierung der Bestände, die Unterstützung der neuen Gesamtausgabe, die im Robert Walser-Zentrum erarbeitet wird, der Erwerb wichtiger Handschriften, die sich noch in Privathand befinden, sowie die Beteiligung an der Erforschung und Vermittlung von Robert Walsers Werk in Form von Ausstellungen, Tagungen und Publikationen.

Robert Walser-Bibliothek
Das Robert Walser-Zentrum unterhält die führende Walser-Bibliothek, die alles sammelt, was Walser geschrieben hat und was über ihn geschrieben wurde; darunter fallen auch Übersetzungen, Zeitschriften und unpublizierte universitäre Arbeiten. Katalogrecherchen können über die Datenbank des Robert Walser-Zentrums vorgenommen werden; für die Konsultation der Bestände stehen temporäre Arbeitsplätze zur Verfügung. Ausleihen außer Haus sind nicht möglich.

Robert Walser-Ausstellung
Das Robert Walser-Zentrum zeigt in seinen Räumlichkeiten thematisch wechselnde Ausstellungen mit Büchern, Manuskripten, Fotografien und Informationsmaterialien zu Robert Walser, seinem Umfeld und seiner Wirkung.

Robert Walser-Preis
Der Preis wird alle zwei Jahre gleichzeitig an ein französischsprachiges und ein deutschsprachiges Werk vergeben.

Kontakt

Robert Walser-Zentrum
Marktgasse 45
CH-3011 Bern

Telefon: T +41 31 310 17 70
E-Mail: info@robertwalser.ch

 

Öffnungszeiten:
Robert Walser-Bibliothek / Robert Walser-Ausstellung
Mittwoch: 13–17 Uhr
Donnerstag: 13–17 Uhr
Freitag: 13–17 Uhr
Der Eintritt zur Bibliothek und zu den Ausstellungen innerhalb der Öffnungszeiten ist frei.

Führungen
Gespräche und Führungen für Gruppen bis zu 25 Personen innerhalb und ausserhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung an (D / E / F). Für Besuche ausserhalb der Öffnungszeiten sowie für Führungen ist grundsätzlich eine Anmeldung erforderlich.
Der Preis für eine ca. einstündige Führung beträgt 250 CHF (Mo.-Fr.; Kleingruppen von bis zu 5 Personen: reduzierter Tarif 125 CHF; Führungen am Wochenende: Preis nach Vereinbarung).
Bewertungschronik

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2 Preisverleihung

Robert Walser-Preis

Der zweisprachige Robert Walser-Preis 2026 geht an Muri Darida für seinen Roman »King Cobra« und an Jonas Sollberger für »Viens Élie«. Der Preis ist mit je 20 000 Franken dotiert.
Die Verleihung der Preise findet am 29. Oktober 2026 um 18 Uhr im Filmpodium in Biel/Bienne statt.

Die beiden Autoren aus Bayern und aus Bern reihen sich ein in eine illustre Reihe von Preisträger:innen von Marianne Fritz über Matthias Zschokke und Gianna Molinari im deutschen Sprachraum und von Malika Wagner über Marius Daniel Popescu bis Elisa Shua Dusapin im französischen Raum.

Der Robert Walser-Preis ist eine internationale Auszeichnung für literarische Erstlingswerke in Prosa. Er wird von der Stiftung Robert Walser Biel/Bienne seit 1978 vergeben. Das Robert Walser-Zentrum ist Partner des Preises.

Der Preis wird alle zwei Jahre gleichzeitig an ein französischsprachiges und ein deutschsprachiges Werk vergeben. Teilnahmeberechtigt sind ausschliesslich literarische Erstlingswerke in Prosa. Sie müssen im Jahr der Preisverleihung oder im Herbst des Vorjahres publiziert oder von einem Verlag zur Publikation angenommen sein.

Die Auswahl trifft je eine fünfköpfige, internationale Fachjury. Die Preissumme beträgt CHF 20.000 pro ausgezeichnetes Werk.

Der Robert Walser-Preis wird getragen von der Stiftung Robert Walser Biel/Bienne (Schweiz).

Die bisherigen Preisträger*innen seit 1978 in chronologischer Reihenfolge sind: Marianne Fritz (A), Matthias Zschokke (CH), Michel Host (F), Werner Fritsch (D), Thomas Hettche (D), Malika Wagner (F), Händl Klaus (A), Frédérique Clémençon (F), Ueli Bernays (CH), Thierry Hesse (F), Monique Schwitter (CH), Daniel Marius Popescu (CH), Patrick Hofmann (D), Mariette Navarro (F), Roman Ehrlich (D), Elisa Shua Dusapin (CH), Gianna Molinari (CH), Gabriel Allaire (CDN), Thilo Krause (D), Anne Pauly (F), Magdalena Schrefel (A), Rémi David (F), Lorena Simmel (CH, D), Emma Doude van Troostwijk (NL, CH), Muri Darida (D, HU), Jonas Sollberger (CH).

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1 Tagung

»Robert Walser und seine Verlage« - Jahrestagung der Robert Walser-Gesellschaft

Die Jahrestagung in Marbach beleuchtet das komplexe Verhältnis zwischen Robert Walser und den Verlagen, die sein Werk prägten. Sie erkundet, wie diese Zusammenarbeiten Walsers Stimme mitformten und welche Rolle Verlage bis heute für die Bewahrung und Entdeckung seines Werks spielen.

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Gespräch

Literarische Soirée: Robert Walsers Mikrogramme

Die über 500 mit winzigen Bleistiftzeilen beschriebenen Blätter aus Robert Walsers Nachlass hielt man zuerst für Geheimschrift oder schlicht für unlesbar. Mit der legendären Entzifferung wurde das Werk um eine entscheidende Dimension erweitert.
Marcel Lepper nimmt mit der Philosophin Katia Schwerzmann (Lausanne/Berlin/Bochum), dem Medizinhistoriker Michael Hagner (Zürich/Wien/Berlin) und dem Editionsphilologen Christian Walt (Zürich) ein Jahrhundertwerk unter die Lupe. Das Podiumsgespräch ist zugleich der Auftakt für eine Tagung, die in Verbindung mit dem Schweizerischen Literaturarchiv und der Universität Bern veranstaltet wird.

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2 Ausstellung

Peter Fischli: Wir Ungestalten

Vernissage im Rahmen des Berner Galerienwochenendes am 17. und am 18. Januar 2026, jeweils 11–17 Uhr.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 13–17 Uhr, und auf Anfrage
17. Januar bis 23. Dezember 2026

Peter Fischlis Vorliebe für Robert Walser überrascht nicht: Beide verbinden ein eigensinniger Humor und eine Kunst des Schauens, die im Alltäglichen und Unscheinbaren Bedeutung entdeckt. In Wir Ungestalten führt Fischli diesen Ansatz fort. Das ›Ungestalte‹ steht hier nicht für Mangel, sondern für offene, vorläufige Formen, die sich jeder endgültigen Deutung entziehen. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur und Spur, Beobachtung und Erfindung, Witz und Melancholie – entstanden im Moment des Entdeckens, im Staunen über das beinahe Übersehene.

So entsteht ein poetisches Archiv flüchtiger Spuren: traumwandlerische Bilder von schaumgeborenen Skulpturen, die nachts an Parkbänken oder Türgriffen auftauchen. Diese minimal-invasiven Eingriffe verwandeln den öffentlichen Raum in ein Spielfeld verschmitzten Vandalismus. Gemeinsam mit dem Robert Walser-Zentrum hat Fischli über zwanzig Arbeiten platziert – nicht nur in Büros, sondern auch im sonst unzugänglichen Archiv.

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Bild: Lika Nüssli
1 Ausstellung

Lika Nüssli: ›Für die Katz‹

Dauerausstellung im Robert Walser-Zentrum
Mit 69 Aquarellen von Lika Nüssli nach Feuilletons von Robert Walser

Am 24. Oktober 2025 eröffnet das Robert Walser-Zentrum in Bern seine neue Dauerausstellung: Lika Nüssli: ›Für die Katz‹. Die preisgekrönte Künstlerin Lika Nüssli lässt sich von Robert Walsers rund 1000 Kurztexten inspirieren und verwandelt deren subtile Ironie in kraftvolle, poetische Aquarelle. In 69 grossformatigen Arbeiten entfaltet Nüssli einen verspielten und einfallsreichen bildnerischen Dialog mit Walser. Die Ausstellung markiert zugleich die Veröffentlichung der Feuilletonabteilung von Robert Walsers Werken in der massgeblichen Berner Ausgabe im Suhrkamp Verlag – ein literarisches Ereignis, das in Bern auch bildkünstlerisch gefeiert wird.

Die sieben Bände umfassende Ausgabe, die in der Ausstellung aufliegt, versammelt Robert Walsers sämtliche kurzen Texte – Erzählungen und Prosastücke, Gedichte und Theaterszenen –, die ursprünglich in Zeitungen und Zeitschriften erschienen, in der Reihenfolge ihres Erscheinens. Dieses ›Schreiben für die Katz‹, wie Walser seine Arbeit für die Medien jener Zeit nannte, bildete sein literarisches Hauptgeschäft. Er betrieb es während seiner ganzen Autorenkarriere – von den ersten Gedichten im Jahr 1898 bis zu den letzten, 1948 von seinem Vormund veröffentlichten Texten. Die Feuilletons zeigen Walser als scharfen Beobachter seiner Zeit, als Meister der Miniatur und als unermüdlichen Experimentator mit Sprache und Form. Mit der Berner Ausgabe werden diese Texte nun erstmals in einer kommentierten Edition vollständig und für ein breites Publikum zugänglich gemacht.

Mit Robert Walser ist Lika Nüssli, die St. Galler Künstlerin, die mit ihrer eindrücklichen Graphic Novel Starkes Ding internationale Aufmerksamkeit erlangte, auf besondere Weise vertraut. »Robert Walser ist für mich jemand, den ich schon immer zu kennen glaube«, sagt sie. Bereits in ihrer Jugend stiess sie auf sein Werk – durch die Bücher ihrer Schwester, ein Theaterstück in Herisau und später durch die faszinierenden Mikrogramme. Walsers Schriften, »voll wunderbarer Ironie und frechem Augenzwinkern«, begleiten sie bis heute.

»Zeichnen bedeutet für mich nachdenken, die Welt beobachten und in eine Form bringen – als Vorschlag, als Angebot für andere.« In ihrer Ausstellung macht Nüssli sichtbar, wie sie Walsers Geschichten weiterspinnt, verdreht und ins Offene, Fluide erweitert. Ihre Werke entstehen aus dem Moment heraus, im Vertrauen auf die Assoziation, und verwandeln Zeit und Raum in jenes »kleines Nichts«, das sich zwischen Walser, seinem Werk und ihr selbst auftut.

Lika Nüssli erforscht und erprobt Narration in vielfältigen Formen. Ihr umfangreiches Werk, das Zeichnungen, Illustrationen, Performances und Texte umfasst, wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Schweizer Literaturpreis 2023 für die Graphic Novel Starkes Ding, erschienen in der Edition Moderne. Die Ausstellung Lika Nüssli: ›Für die Katz‹ ist eine ebenso eigenwillige wie originelle Auseinandersetzung mit Robert Walsers Feuilletons und zugleich eine Hommage an dessen unverwechselbares literarisches Universum.

Publikation zur Ausstellung
Robert Walser: Feuilletons. Verstreute Publikationen zu Lebzeiten. 7 Bde. Berlin: Suhrkamp 2025. – Erhältlich in jeder Buchhandlung oder direkt im Robert Walser-Zentrum!

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag, 13–17 Uhr und nach Vereinbarung

Freier Eintritt, Führungen auf Anfrage

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Podcast

Podcast: Gehobene Unterhaltung. Robert Walsers Feuilletons in einer neuen Edition.

Robert Walser schrieb jahrzehntelang mit Fleiß und Vergnügen für Tageszeitungen, Literatur- und Kunstzeitschriften, für Illustrierte, Modeblätter und Sportmagazine von Bern bis Berlin, von Prag bis Wien. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts boomte die Presse, das Feuilleton florierte. Es boten sich Verdienstmöglichkeiten für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die sich dem Geschmack der Zeit anpassen konnten und geschickt genug waren, dennoch aufzufallen. Robert Walser setzte sich durch, das Korpus seiner Feuilletons umfasst 978 Texte. Diese werden in der Berner Ausgabe erstmals in chronologischer Reihenfolge ediert, durchgehend kommentiert, mit Registern erschlossen und durch Nachwort und Abbildungen fassbar gemacht.

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"Carl Seelig. Werk und Netzwerk"

Der Schweizer Journalist, Schriftsteller und Mäzen Carl Seelig (1894–1962) war ein außerordentlicher Netzwerker. In Erinnerung geblieben ist er als Freund und Vormund von Robert Walser – und war doch weit mehr: Sein vielseitiges Wirken macht ihn zu einer zentralen Randfigur der Literaturgeschichte. Die Beiträge des Bandes erfüllen ein Desiderat der Forschung, indem sie sich dieses notorisch unterschätzten Multiplikators annehmen. Sie erhellen Seeligs Beziehungen zu literarischen und wissenschaftlichen Größen wie Robert Walser und Albert Einstein, Romain Rolland und Stefan Zweig, Erika Burkart, Ludwig Hohl, Paul Nizon und Alfred Polgar; sie würdigen Seelig als Vermittler und als Veranstalter einer Exil-Lesereihe in Zürich; sie thematisieren erstmals sein Schaffen als Literaturkritiker, Filmjournalist, Lyriker und Übersetzer; und sie beurteilen seine Reise nach Afrika und Ozeanien aus heutiger Perspektive neu. Der „Schattenmann der Schweizer Literatur“ (Tages-Anzeiger) tritt ans Licht.

Pino Dietiker, Lukas Gloor, Kerstin Gräfin von Schwerin (Hg.): Carl Seelig. Werk und Netzwerk. Brill Fink: Paderborn 2025 (Robert Walser-Studien; 9), ISBN 978-3-7705-6895-6
Publikation am 16. Juni 2025

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Robert Walser: »Spott macht Spaß. Texte zum Vergnügen«.

Robert Walser ein Humorist? Man kennt ihn als Poeten, der die Natur besingt, als ›writer’s writer‹, als seismografischen Beobachter seiner Zeit. Doch nicht unbedingt als einen Autor, der Lacher erntet.

Diese Auswahl präsentiert den witzigen, spöttischen, frechen, kurz: den höchst vergnüglichen Robert Walser. Schon Franz Kafka wusste um dessen Humor: Beim Vorlesen aus dem Werk seines bewunderten Kollegen soll er unter schallendem Gelächter vom Stuhl gefallen sein.

Robert Walser: Spott macht Spaß. Texte zum Vergnügen. Herausgegeben von Lukas Gloor und Reto Sorg. Unter Mitarbeit von Gelgia Caviezel. Mit einem Nachwort von Nora Gomringer. Insel: Berlin 2025, 154 S., ISBN 978-3-458-68398-8

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Ausflug

Wandern mit Carl Seelig und Robert Walser

Robert Walser gilt als großer Spaziergänger. In seinen Texten wimmelt es von ausgedehnten Wanderungen und gemütlichen Gängen. Zum Image als »König der Spaziergänger« hat Carl Seelig erheblich beigetragen mit seinem Erinnerungsbuch Wanderungen mit Robert Walser.

Einige der Wanderungen von Carl Seelig und Robert Walser haben wir auf den digitalen Karten von Swisstopo nachgezeichnet. Sie können alle Tools der Kartenexperten nutzen: die offiziellen Wanderwege und die Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs anzeigen lassen sowie mit alten Karten auf ›Zeitreisen‹ gehen.

Carl Seelig besuchte Robert Walser ab 1934 bis zu seinem Tod 1956 regelmäßig in Herisau. Die beiden gingen auf längere und kürzere Wanderungen, in denen auch das Essen und Trinken nicht zu kurz kam.

Die 45 Wanderungen, die Seelig in den Wanderungen mit Robert Walser beschreibt, lassen sich nur streckenweise genau nachvollziehen. Vielerorts ist unklar, wo genau die beiden durchwanderten. Häufig dürften sie die damals wenig befahrenen Hauptstraßen gewählt haben. Heute gibt es in der Region zahlreiche Wanderwege. Eine Auswahl der Wanderungen haben wir zum Nachwandern mit Karten dargestellt – es sind Näherungen auf der Basis des Textes, Vervollständigungen der Beschreibungen Seeligs, die je nach Lust und Laune abgeändert werden können.

Die Karten sind zu verstehen als Einladung, die Region zu erkunden, in der Robert Walser die letzten 23 Jahre seines Lebens verbrachte.

Die einzelnen Textausschnitte stammen aus der erweiterten Neuausgabe: Carl Seelig: Wanderungen mit Robert Walser. Herausgegeben von Lukas Gloor, Reto Sorg und Peter Utz. Berlin: Suhrkamp 2021 (Bibliothek Suhrkamp; 1521).

#1: Herisau – St. Gallen
Die erste Wanderung führte von der Klinik in Herisau in die Stadt St. Gallen.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/1-herisau-st-gallen

#2: St. Gallen - Speicher - Trogen - Gäbris
Mit dem Gäbris wurde ein schöner Aussichtspunkt bestiegen.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/2-st-gallen-speicher-trogen-gaebris

#3: Rehetobel – Heiden – Thal – Buechberg – Buechen – Rorschacherberg – Rorschach
Während sie durch das Dörfchen Buechen wanderten, gewitterte es.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/3-rehetobel-heiden-tal-buechberg-buechen-rorschacherberg-rorschach

#5: Herisau – Lichtensteig
Diese Wanderung fand an Robert Walsers 60. Geburtstag statt.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/5-herisau-lichtensteig

17: Herisau – Winkeln – Bruggen – St. Gallen
Vor dem Geburts- und Sterbehaus des Reformators Vadian in St. Gallen blieben die beiden länger stehen.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/17-herisau-winkeln-bruggen-st-gallen

#40: Herisau – Solitüde – St. Gallen
Zum Aussichtspunkt der »Solitüde« gelangten sie, nachdem sie eine tiefe Schlucht durchquert hatten.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/40-herisau-solituede-st-gallen

#45: Herisau – Roserberg – Wachtenegg
Die letzte Wanderung – wie Carl Seelig sie sich ausmalte.
www.robertwalser.ch/de/rwz/projekte/wandern-mit-carl-seelig-und-robert-walser/45-walsers-letzte-wanderung

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Ausstellung

»Healer Scrolls«, Pamela Rosenkranz, 2022

Im Rahmen des Berner Galerien-Wochenendes vom 15./16. Januar 2022 wurde im Robert Walser-Zentrum die neue Büro-Ausstellung Pamela Rosenkranz »Healer Scrolls« eröffnet. Der Titel berührt die Bedeutungsfelder ›Heiler, Heilung, heilsam‹ und ›Papierrollen, Schriftstücke, blättern‹.

Für Rosenkranz ist Robert Walser seit Langem ein wichtiger Autor. Das Motiv des Blätterns und Lesens in wertvollen Texten und die für die Ausstellung leitende Thematik des Tierischen schlägt die Brücke zu dem Schriften aufbewahrenden Zentrum und zu Robert Walser, den ›das Tier‹ ebenfalls fasziniert hat.

Pamela Rosenkranz (* 1979 in Uri, Schweiz) lebt und arbeitet in Zürich und in Zug.

Besucher*innen können die filigranen und schillernden Werke in den einzelnen Büros, während der üblichen Öffnungszeiten besichtigen. Mittwoch bis Freitag, 13–17 Uhr oder auf Anfrage.

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Kurs

Literaturlabor: Gustave Flaubert, »Madame Bovary«

1856 löste der Roman einen Skandal aus, und Flaubert wurde wegen »Verstosses gegen die öffentliche Moral, die guten Sitten und die Religion« vor Gericht gestellt – aber schliesslich freigesprochen. Emma, die schöne Tochter eines wohlhabenden Bauern, verdorben durch ausschweifende Lektüren, träumt den romantischen Traum von Leidenschaft und Fernweh, den der Provinzarzt Charles Bovary nicht erfüllen kann. Sie wirft sich nacheinander zwei Männern in die Arme und stirbt, hoch verschuldet, am Ende einen grässlichen Tod. Dies alles erzählt Flaubert auf kühldistanzierte und unpersönliche Weise.

Im »Literaturlabor« werden Sie unter kundiger Anleitung mit der Anwendung einfacher literaturwissenschaftlicher Methoden vertraut gemacht und so zu einem vertieften Verständnis des Romans gelangen.

Kurs 34 ab 11. August 2025, 13 Montage
Kurs 35 ab 12. August 2025, 13 Dienstage
Jeweils 18.15 bis 19.45 Uhr | CHF 440.–
Anmeldung bis 5. August 2025

Ausblick: Leo Tolstoi, »Anna Karenina«, ab 5. Januar 2026

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Ausstellung

Robert Walser-Archiv

Das Robert Walser-Archiv sammelt alle Materialien zum Leben und Werk von Robert Walser und Carl Seelig.

Sammlungsschwerpunkte
Den wichtigsten Schwerpunkt bildet die Sammlung Robert Walser, die weltweit größte Sammlung von gedruckten und ungedruckten Dokumenten zu Robert Walsers Leben und Werk. Der Nachlass Robert Walsers bildete den Ausgangspunkt der Sammlung, diese wurde laufend ergänzt durch Manuskripte, Briefe, Lebensdokumente, Erstdrucke und spätere Buchausgaben, Übersetzungen, Bearbeitungen für Theater, Hörspiel, Film etc. sowie eine umfassende Sammlung der Sekundärliteratur (Monografien, Aufsätze, Zeitungsartikel, unveröffentlichte universitäre Arbeiten etc.). Weitere Schwerpunkte dieser Sammlung sind die (Teil-)Nachlässe der Geschwister Robert Walsers sowie literarische Zeitschriften der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Charakteristisch für Walsers Werk ist eine extreme publizistische Zerstreuung: Von 1898 bis in die 1930er Jahre hat er mehr als 1000 Texte in über 100 verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen publiziert. Walsers Texte wie auch die Dokumente zu seinem Leben mussten erst in langwieriger Recherche aufgespürt und zusammengetragen werden. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen und noch immer werden neue Texte gefunden.

Der Nachlass Carl Seelig und die Materialien zu Leben und Werk des Schriftstellers, Verlegers und Literaturförderers bilden einen zweiten Sammlungsschwerpunkt.

Zur Geschichte des Archivs
Das Robert Walser-Archiv wurde 1973 von der Carl Seelig-Stiftung Zürich gegründet und war aus der Hinterlassenschaft des Zürcher Publizisten, Schriftstellers und Mäzens Carl Seelig (1894–1962) hervorgegangen. Seelig hatte Walser in der Heil- und Pflegeanstalt Herisau regelmässig besucht und war 1944 dessen Vormund geworden. Walsers Nachlass hatte Seelig bereits 1937 von der Schwester Lisa Walser erhalten, dazu war nach Walsers Tod ein weiteres Konvolut gekommen. Die Schwester Fanny Hegi-Walser hatte die Rechte an Walsers Nachlass an die Carl Seelig-Stiftung übertragen mit der Auflage, dass dieser in einem eigenen Archiv verwahrt und der Forschung zugänglich gemacht werde.

Dem Archiv wurden im Laufe seiner Tätigkeit auch die Nachlässe von Hugo und Emmy Ball-Hennings, Josef Halperin, Max Müller (Friedrich Glauser-Sammlung), Ossip Kalenter sowie das Archiv des Steinberg-Verlags Zürich anvertraut. Diese Bestände sind zwischen 2008 bis 2011 erschlossen und ins Schweizerische Literaturarchiv SLA der Schweizerischen Nationalbibliothek überführt worden.

Bis zur Überführung nach Bern im Jahr 2009 war das Robert Walser-Archiv an der Beethovenstrasse 7, 8002 Zürich, domiziliert.

Das Robert Walser-Archiv ist Dienstag bis Freitag nach Vereinbarung geöffnet.

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Online

Kurzfilme - Videoclips zur neuen Studienausgabe der Werke Robert Walsers

Das Robert Walser-Zentrum geht neue filmische Wege

Das Robert Walser-Zentrum hat zusammen mit dem Filmemacher Matthias Günter acht Kurzfilme zu ausgewählten Büchern von Robert Walser produziert.

Damit erweitert das Robert Walser-Zentrum seine etablierten Kommunikationswege. Die zwei bis drei Minuten langen Clips featuren einzelne Bände der neuen Berner Ausgabe der Werke Robert Walsers und sprechen ihr Publikum primär über soziale Medien an, können aber auch im Kino oder an Veranstaltungen gezeigt werden.

Die ruhigen und suggestiven Filme kombinieren vier Elemente: Ansichten von Wegen und Straßen aus der Sicht gehender Personen, Texte Walsers, gesprochen vom Schauspieler Stefan Kurt, Gedanken, die sich im Film auftretende Leserinnen und Leser zum entsprechenden Text machen, und eine unterlegte Tonspur des Klang- und Installationskünstlers Zimoun.

Die Berner Ausgabe der Werke Robert Walsers ist die neue Referenzausgabe für das breite Lesepublikum. Sie wird im Robert Walser-Zentrum in Bern erarbeitet und erscheint im Suhrkamp-Verlag Berlin.

Finanziert werden die Clips aus dem Fonds für Transformationsprojekte, den der Kanton Bern eingerichtet hat, um kulturellen Institutionen zu helfen, neue Publikumssegmente zu erreichen und ihr bestehendes Publikum auf neuen Wegen anzusprechen.

Regie und Kamera: Matthias Günter
Sprecher: Stefan Kurt
Mit: Jessica Brunner, Gelgia Caviezel, Lukas Gloor, Mina Hava, Stefan Humbel, Meral Kureyshi, Barbara Loop, Osamu Okuda, Lumeng Qin, Peter Stocker, Bruno Zgraggen und Chantal Ziegler
Musik: Zimoun
Mischung: Bluebox Studio

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Online

Youtube-Kanal Robert Walser Zentrum

Der Autor Robert Walser fasziniert mit seinem Werk und seinem Leben, Menschen rund um die Welt. Das Robert Walser-Zentrum widmet sich der Pflege und Vermittlung seines Werks. Auf diesem Kanal finden sich sowohl Videos, die das Robert Walser-Zentrum selbst erstellt oder veranlasst hat als auch Playlists zu Robert Walser, die von Personen aus aller Welt über ihn gemacht wurden.

Im Youtube-Kanal zeigen wir Beiträge, die von Robert Walser und den Aktivitäten des Robert Walser-Zentrums handeln – organisiert nach Playlists:

www.youtube.com/channel/UCn7YI6rOzm45DR1kQ-NbMBQ

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Robert Walser-Zentrum

Das Zentrum

Das Robert Walser-Zentrum ist ein Kompetenz-Zentrum zu Robert Walser und Carl Seelig. Zur Sicherung, Inventarisierung, Erforschung und Vermittlung seiner Bestände unterhält es das Robert Walser-Archiv sowie eine Forschungsbibliothek und eine Wechselausstellung. Das Zentrum realisiert in eigener Regie sowie in Zusammenarbeit mit Partnern Ausstellungen, Veranstaltungen, Publikationen und Editionen.



Robert Walser-Archiv

Das Robert Walser-Archiv sammelt, erschließt und publiziert seit mehr als 30 Jahren das Werk des Dichters. Es verfügt über eine einzigartige Dokumentation von Manuskripten, biografischen Materialien und wissenschaftlicher Literatur. Die Bestände werden von Besucher/innen aus dem In- und Ausland rege genutzt.



Aufbewahrt werden die wertvollen und empfindlichen Manuskripte im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA) der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern. Die Autographen können von Benutzern in den Räumlichkeiten des Robert Walser-Zentrums in der Form von Digitalisaten eingesehen werden. In begründeten Fällen können ausnahmsweise die Originale im SLA konsultiert werden (die Anträge sind ans Robert Walser-Archiv zu richten).



Zu den mittel- und längerfristigen Arbeitsprojekten des Robert Walser-Archivs gehören die Inventarisierung, Katalogisierung, Digitalisierung und Konservierung der Bestände, die Unterstützung der neuen Gesamtausgabe, die im Robert Walser-Zentrum erarbeitet wird, der Erwerb wichtiger Handschriften, die sich noch in Privathand befinden, sowie die Beteiligung an der Erforschung und Vermittlung von Robert Walsers Werk in Form von Ausstellungen, Tagungen und Publikationen.



Robert Walser-Bibliothek

Das Robert Walser-Zentrum unterhält die führende Walser-Bibliothek, die alles sammelt, was Walser geschrieben hat und was über ihn geschrieben wurde; darunter fallen auch Übersetzungen, Zeitschriften und unpublizierte universitäre Arbeiten. Katalogrecherchen können über die Datenbank des Robert Walser-Zentrums vorgenommen werden; für die Konsultation der Bestände stehen temporäre Arbeitsplätze zur Verfügung. Ausleihen außer Haus sind nicht möglich.



Robert Walser-Ausstellung

Das Robert Walser-Zentrum zeigt in seinen Räumlichkeiten thematisch wechselnde Ausstellungen mit Büchern, Manuskripten, Fotografien und Informationsmaterialien zu Robert Walser, seinem Umfeld und seiner Wirkung.



Robert Walser-Preis

Der Preis wird alle zwei Jahre gleichzeitig an ein französischsprachiges und ein deutschsprachiges Werk vergeben.
Öffnungszeiten:
Robert Walser-Bibliothek / Robert Walser-Ausstellung
Mittwoch: 13–17 Uhr
Donnerstag: 13–17 Uhr
Freitag: 13–17 Uhr
Der Eintritt zur Bibliothek und zu den Ausstellungen innerhalb der Öffnungszeiten ist frei.

Führungen
Gespräche und Führungen für Gruppen bis zu 25 Personen innerhalb und ausserhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung an (D / E / F). Für Besuche ausserhalb der Öffnungszeiten sowie für Führungen ist grundsätzlich eine Anmeldung erforderlich.
Der Preis für eine ca. einstündige Führung beträgt 250 CHF (Mo.-Fr.; Kleingruppen von bis zu 5 Personen: reduzierter Tarif 125 CHF; Führungen am Wochenende: Preis nach Vereinbarung).

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Literatur+Sprache / Museum Robert Walser-Zentrum Bern Bern, Marktgasse 45
Literatur+Sprache / Lesung Buchtipp
Ausstellungen / Museum Zentrum Paul Klee Bern Bern, Monument im Fruchtland 3
Literatur+Sprache / Lesung Berner Literaturfest Bern, Seftigenstr. 10a
Literatur+Sprache / Lesung ONO Bern Bern, Kramgasse 6

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