Das Kurtheater Baden ist das grösste Theater im Kanton Aargau und zählt seit 2024 auch offiziell zu den «kulturellen Leuchttürmen». Das Theater wurde 1952 nach Plänen der Architektin Lisbeth Sachs gebaut und dient renommierten Bühnen aus dem In- und Ausland als Gastspielort.
Das Kurtheater zeigt im kuratierten Programm jährlich rund 50 anspruchsvolle Gastspiele, Ko-Produktionen und Eigenproduktionen der Sparten Schauspiel, Musiktheater und Tanz, sowie Kinder- und Jugendstücke. Dem zeitgenössischen Tanz- und Theaterschaffen wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. Durch einzelne Koproduktionen findet auch das regionale Theater- und Tanzschaffen seinen Platz im Spielplan.
Wie viel ist genug? Wer darf träumen – und wer muss rechnen? Zwischen Killwangen, Baden und dem Fricktal stellt sich eine leise, aber drängende Frage: Welche finanziellen Bedingungen prägen das Leben im Aargau? In STILLES GELD rückt radikal plüsch eines der letzten grossen Tabus unserer Gesellschaft ins Zentrum – das Geld. Zwischen Schuldenlast und Erbscham, nachhaltigem Lebensstil und unbezahlten Überstunden entfaltet sich ein berührendes, musikalisches Theaterstück über die Realität hinter den Zahlen.
Der Kanton Aargau gilt als stabil, bodenständig, als Mitte. Und doch leben hier über 11 000 Menschen von Sozialhilfe. Armut ist weniger sichtbar, weniger konzentriert, aber mit über 10 % armutsgefährdeten Menschen nicht weniger real. Sie verteilt sich über Städte und Gemeinden, verschwindet hinter Fassaden, in Pendlerströmen, in Statistiken – auch in Baden. Gleichzeitig leben hier die meisten Millionär*innen des Kantons. Baden wird so zum Sinnbild einer meist verschwiegenen Ungleichheit. Hier zeigt sich, wie sehr Zugehörigkeit auch über Geld verhandelt wird: Wer kann sich Sicherheit leisten – und wer lebt von Monat zu Monat?
STILLES GELD ist ein Stück über Angst und Überfluss, über Scham, Hoffnung und die alltäglichen Widersprüche im Umgang mit Besitz, Verzicht und Konsum. Es fragt, wer sich eine bessere Welt leisten kann und wer durch das soziale Netz fällt. Geld trennt, es verbindet – und entscheidet oft mehr, als wir glauben wollen.
Entwickelt wurde die Inszenierung von radikal plüsch – Sabine Harbeke und Alexander Stutz, deren gemeinsame Arbeit zwischen Text, Inszenierung und Recherche entsteht.
MIT Josef Mohamed, Anna-Katharina Müller, Beren Tuna
LIVE-MUSIK UND SOUND Paul Grimshaw, Knut Jensen
TEXT UND REGIE Sabine Harbeke, Alexander Stutz
BÜHNE Carmen Weirich
KOSTÜM Mariana Vieira Grünig
LICHT Linda Vollenweider
OEIL EXTERIEUR Johanna-Maria Raimund
PRODUKTIONSLEITUNG Christopher Kriese, Johanna-Maria Raimund
ASSISTENZ Etienne Eisele
KOPRODUKTION Theater Winkelwiese Zürich, Kulturhaus Helferei
UNTERSTÜTZT VON Stadt Zürich Kultur, Vergabungsfonds der Mobiliar Genossenschaft, Migros Kulturprozent
Diese Vorstellung findet im Rahmen der einzigartigen Aargauer Industriekulturnacht «Helle Nacht» 2026 statt: Helle Nacht
Aufzeichnungen einer Kur in Baden von Hermann Hesse. Mit Andreas Storm
Eigenproduktion
Der KURGAST ist eine der erfolgreichsten Eigenproduktion des Kurtheaters: Wegen der ungebrochenen Nachfrage läuft Hermann Hesses Dauerbrenner mit dem unvergleichlichen Andreas Storm nun bereits in der fünften Spielzeit!
Hesses KURGAST gehört zu den amüsantesten Texten des Literatur-Nobelpreisträgers. Die Aufzeichnungen von einer Kur in Baden – Hesse stieg 1923 erstmals im Verenahof ab und kehrte jahrelang immer wieder in unsere Bäderstadt zur Kur zurück – sind «hinter einer halb scherzhaften Fassade mein persönlichstes und ernsthaftestes Buch», erklärte Hesse unmittelbar nach Beendigung der Niederschrift. Die 1925 veröffentlichte Erzählung schildert auf ironische Weise den Verlauf seines Aufenthalts in Baden, bei welchem der Dichter nach anfänglicher Abgrenzung zu den anderen «Ischiatikern» in einen apathischen Zustand gerät, den er durch Humor zu durchbrechen versucht. Seine Verzweiflung am Umfeld steigert sich u. a. durch die nächtlichen Störungen seines Zimmernachbarn, des «Holländers»: Der Hass gegen «sein Lachen, seine gute Laune, die Energie seiner Bewegungen» vergegenwärtigt dem Dichter seine eigene Unfähigkeit und seinen Konflikt mit der Welt.
«Der Ich-Erzähler (…) bezeichnet sich selbst als ‹manieriert-neurotisch›, und genauso gibt Andreas Storm mit sehr feiner Mimik und Gestik ihn auch. Trotzdem gewinnt man ihn in dieser knappen Stunde sehr lieb – trotz seiner Übellaunigkeiten und seiner Schimpfereien.» Aargauer Zeitung
REGIE Johanna Böckli
AUSSTATTUNG Corinne L. Rusch
DRAMATURGIE Uwe Heinrichs
LICHT Patrick Hunka
Choreografie: David Coria
Compañía David Coria (Spanien)
BABEL. TORRE VIVA geht der Frage nach, wie wir in einer Zeit, die weitgehend von gesellschaftlicher Spaltung geprägt ist, dem entgegenwirken und uns weiterentwickeln können. Was wäre, wenn der Bau eines symbolischen Turms ein kollektiver Akt wäre – eine Gelegenheit, sich daran zu erinnern, dass Gemeinschaft noch existiert und dass es weiterhin möglich ist, zusammen mit anderen zu bauen?
Angesichts fragmentierter Sprachen und isolierender Mauern bekräftigt BABEL. TORRE VIVA, dass der Körper noch immer in der Lage ist, das Wesentliche auszudrücken. Wenn es heutzutage die Chance für eine gemeinsame Sprache in unserer Welt gibt, dann ist das zweifellos die der Musik und des Tanzes.
David Coria ist eine Symbolfigur der Flamenco-Avantgarde. Seine choreografischen Kompositionen, die Ästhetik seiner Kreationen und das gesellschaftspolitische Engagement seiner Werke machen ihn zu einem der derzeit interessantesten und faszinierendsten spanischen Choreografen. Sieben Tänzer*innen und ein Sänger begleiten ihn, um diesen Turm zu Babel zum Leben zu erwecken.
David Coria ist in Baden kein Unbekannter. Seine Compañía David Coria gastierte zuletzt im Dezember 2021 mit ¡FANDANGO! im Kurtheater. Zudem war er im Sommer 2025 in der Klosterkirche Königsfelden als Don José in Filipe Portugals er folgreicher «Carmen»-Choreografie zu sehen.
mit Texten von Denis Johnson und Originalzitaten der NASA-Apollo-Missionen zum Mond
Thorsten Lensing / Berliner Festspiele – Koproduktion
Goldie tut, was sie am liebsten tut: Sie baut ihr Haus um. Ihre Freude ist ebenso ansteckend wie verstörend, denn Goldie ist schwer krank. Sie möchte das Beste geben mit einem Körper, der sie aufgibt. Plötzlich klingelt es und Goldies frisch verliebter Vater steht mit seiner Geliebten vor der Tür. Die beiden sind mit ihrem Wohnmobil auf dem Weg zum Meer und statten Goldie einen Überraschungsbesuch ab. Vollkommen unerwartet findet sich der vor Glück beinahe platzende Vater am Sterbebett der eigenen Tochter wieder. Er glaubt sich am Anfang, sie weiss sich am Ende. In Goldies Zimmer flutet noch einmal die ganze Welt hinein, all das, wovon der Abschied schwerfällt. Im zweiten Teil wird Goldies Sterben erzählt. Der Lebensraum Erde wird verlassen und aus ihrem Zimmer wird innerhalb von Sekunden der Weltraum.
In TANZENDE IDIOTEN spielt das illustre Ensemble Überlebende auf dem Weg zur nächsten Katastrophe. Was sie ausmacht, ist eine aberwitzige Mischung aus Brutalität und Zärtlichkeit, Daseinsschmerz und Lebenslust. Im Verlauf des Abends erlebt das Publikum mit Goldie das, wovon der Abschied schwerfällt: wilde Kajakfahrten, schlafende Kater, ausartende Saunabesuche und vergessene Erinnerungen eines Babys. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit dem famosen Team, das im Januar 2024 mit VERRÜCKT NACH TROST im Kurtheater zu Gast war.
KOPRODUKTION Berliner Festspiele, Wiener Festwochen, Asphalt Festival Düsseldorf, Les Théâtres de la Ville Luxembourg, Schauspiel Stuttgart, Kampnagel Hamburg, Kurtheater Baden, Theater im Pumpenhaus Münster
GEFÖRDERT VON Kunststiftung NRW
UNTERSTÜTZUNG Hauptstadtkulturfonds Berlin, Stadt Münster
Das Kurtheater Baden ist das grösste Theater im Kanton Aargau und zählt seit 2024 auch offiziell zu den «kulturellen Leuchttürmen». Das Theater wurde 1952 nach Plänen der Architektin Lisbeth Sachs gebaut und dient renommierten Bühnen aus dem In- und Ausland als Gastspielort.
Das Kurtheater zeigt im kuratierten Programm jährlich rund 50 anspruchsvolle Gastspiele, Ko-Produktionen und Eigenproduktionen der Sparten Schauspiel, Musiktheater und Tanz, sowie Kinder- und Jugendstücke. Dem zeitgenössischen Tanz- und Theaterschaffen wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. Durch einzelne Koproduktionen findet auch das regionale Theater- und Tanzschaffen seinen Platz im Spielplan.
Theaterbüro:
Mo–Do, 10–17 Uhr