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Lausitz Festival

25.8. bis 13.9.2026
Drei Wochen Kunst und Kultur im Herzen Europas
Konzert, Theater, Tanz, Musiktheater, Film, Jazz, Ausstellung, Gespräch, Literatur

Das Inspirationswort des Festivals 2026 lautet geschöpferisch.

Es feiert die menschliche Fähigkeit, ungeachtet aller Rückschläge und Hindernisse immer wieder den Neuanfang zu wagen. Auch für die vielen Wandlungen in der Lausitz kann geschöpferisch ein guter und inspirierender Impuls sein.

Kontakt

Lausitz Festival
Obermarkt 19
D- 02826 Görlitz

Telefon: +49 (0)3581-428480
E-Mail: info@lausitz-festival.eu

Bewertungschronik

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Ausstellung

Jonathas de Andrade: Der grelle Schein der Ränder

Doppel-Ausstellung

Was bedeutet es, als Mensch neben weiteren Lebewesen zu existieren? Wie kann man ein guter Bürger in dieser Welt sein? Derartigen Fragen geht das faszinierende Werk des brasilianischen Künstlers Jonathas de Andrade (*1982) nach. Es betrachtet menschliche Stärke und Schwäche und zeigt das Potenzial der Menschen, gesellschaftliche, politische und körperliche Herausforderungen in erster Linie dadurch zu überwinden, dass sie sich mit anderen Lebewesen verbinden. Indem Menschen sich verbünden und einander unterstützen, erheben sie sich über ihren Alltag. Dabei treiben sie den eigenen Körper und den Geist an Grenzen, was sie häufig an Schwellenzustände führt. De Andrades Werke bestätigen zugleich die Macht des Individuums und die Macht der Gemeinschaft, und zwar nicht in ihrer Gegensätzlichkeit, sondern als zwei einander nährende Pole.

De Andrades Projekten liegt das Anerkennen zugrunde, dass wir in einer diversen Gesellschaft leben und dass alle Stimmen gehört werden müssen, um ihren Zusammenhang und ihre Zusammengehörigkeit zu sichern. Die Protagonisten seiner Werke stammen häufig aus den Vorhöfen sozioökonomischer Schichten oder werden von der Mainstream-Gesellschaft übersehen. Ihre Stimme und ihre Berufung finden sie in der Interaktion mit anderen, ebenso an den Rand gedrängten Individuen.

Die Nachteile, denen sie ausgesetzt sind, wandeln sich so zu Vorteilen; sie werden zu einer Plattform, von der aus die Menschen als Individuen erkennbar werden, ihre Stimme erheben und ihre je eigenen Botschaften artikulieren. Das Verständnis, dass jeder lebende Organismus einzigartig ist und zugleich Teil eines vibrierenden, dichten ökologischen Netzwerks aus weiteren Menschen, Tieren und Pflanzen, verleiht den Individuen gleichzeitig die Kraft und das Vertrauen, Schwierigkeiten zu überwinden.

Jonathas de Andrade ist eine herausragende Stimme der gegenwärtigen Kunstszene. Er arbeitet mit Video ebenso wie mit Fotografie, Skulptur und Installation. Obgleich schon vielfach in Südamerika, Nord-amerika und Westeuropa ausgestellt, wurde seine Kunst in Deutschland bislang kaum gezeigt. Die Doppelausstellung in Bad Muskau und Cottbus im Rahmen des Lausitz Festivals 2026, die einige seiner bedeutendsten Arbeiten in unterschiedlichen Medien zeigt, bietet erstmals die Chance zu einer gründlichen Auseinandersetzung mit diesem Künstler in Deutschland.

Ausgehend von Jonathas de Andrades künstlerischem Umgang mit gesellschaftlichen Fragen verknüpfen die Ausstellungen in Bad Muskau und in Cottbus ausgewählte Kunstwerke aus den 1920er- und 1930er-Jahren mit seinen Arbeiten. Zu sehen sind Fotografien, Grafiken und Malerei von Künstlerinnen und Künstlern wie Walter Ballhause, Hans Grundig, Lea Grundig, Oskar Nerlinger, Alexander Rodtschenko, Fritz Schulze und Eva Schulze-Knabe, die Kunst als einen ästhetischen Ausdruck engagierten gesellschaftlichen Handelns begriffen. In ihren Arbeiten entwickelten sie spezifische, künstlerisch-formale Gesten zwischen Realität und Fiktion. So stehen diese Kunstwerke, die in einem Abstand von rund einem Jahrhundert entstanden, nicht nur als Zeugen ihrer Epochen nebeneinander, sondern verbinden sich in ihrem gesellschaftlichen Spürsinn und ihrer sozialen Relevanz.

»Der grelle Schein der Ränder« sind Ausstellungen des Lausitz Festivals und des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK), in Kooperation mit der Stiftung »Fürst-Pückler-Park Bad Muskau«.
Kuratiert von Kobi Ben-Meir und Ulrike Kremeier.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Eröffnung in Bad Muskau/Mužakow: 28.08.2026, 18:00 Uhr
Laufzeit: 29.08.–31.10.2026
Öffnungszeiten: täglich, 10:00–18:00 Uhr

Eintritt: 4 Euro (2 Euro ermäßigt) –über das Neue Schloss Bad Muskau in der Rubrik »Turmaufstieg mit Ausstellungen + Sonderausstellungen«

(Bild: Jonathas de Andrade, O Peixe (Der Fisch), 2016, Videostill, 37 min © Jonathas de Andrade & Galleria Continua)

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Lesung

Die Puppe

Wiederentdeckung eines Meisterwerks: Lesung aus Bolesław Prus' Gesellschaftsroman

Der legendäre polnisch-britische Autor Joseph Conrad (»Herz der Finsternis«) stellte seinen polnischen Kollegen Bolesław Prus (1847–1912) auf eine Stufe mit dem eminenten englischen Romancier Charles Dickens. Zumindest in Deutschland hat Prus das wenig genützt: Von seinem 1200-Seiten-Werk »Die Puppe« (1890) nahm man westlich von Oder und Neiße kaum Notiz. In Polen dagegen hat Bolesław Prus längst seinen Platz in der Literaturgeschichte. Das ihm zu Ehren errichtete Denkmal am Warschauer Königsweg misst beinahe vier Meter. 

Die deutsche Ahnungslosigkeit in Sachen Prus hat der Schweizer Kampa-Verlag dank einer hoch gelobten, 2024 erschienenen Neuübersetzung des Werks durch Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein mit einem Paukenschlag beendet. Neu zu entdecken ist in ihrer kongenialen Übertragung die polnische Antwort auf »Anna Karenina« von Leo Tolstoi. Prus entfaltet ein unendlich reiches Gesellschaftspanorama Warschaus im ausgehenden 19. Jahrhundert zwischen aufstrebendem Bürgertum und Aristokratie und liefert glanzvolle Milieustudien. 

Warum dieser historische Stoff heute (wieder) so aktuell scheint, dass »Die Puppe« nach mehreren Verfilmungen aus dem 20. Jahrhundert in diesem Jahr eine weitere polnische Kinofassung erfährt und Netflix an einer Serie dazu arbeitet, aber auch, warum »Lalka« (so der Originaltitel) ein literarischer Solitär ist, der bis heute Maßstäbe setzt: darüber sprechen Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein an diesem Abend im stimmungsvollen Gartensaal des Barockschlosses Altdöbern mit Thoralf Czichon, Literatur-Dramaturg des Lausitz Festivals. Ins vielstimmige Kolorit des Romans entführt die Lesung ausgewählter Passagen. 

Eine Kooperation zwischen dem Verein der Freunde des Rohkunstbau e. V. und dem Lausitz Festival

Unser Tipp:
Zeitgleich zur Veranstaltung läuft im Schloss Altdöbern der 31. Rohkunstbau »Die Kunst des Überschreitens«, kuratiert von Christoph Tannert, mit Arbeiten von 16 zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen. Seit 2022 finden die Ausstellungen des 1994 gegründeten Rohkunstbau im Schloss Altdöbern statt.
Im Zuge der Kooperation besteht die Möglichkeit, um 18:00 Uhr an einer exklusiven einstündigen Kuratorenführung durch die Ausstellung teilzunehmen.
Beim Kauf der Lesungstickets kann die Führung bequem dazugebucht werden – in unserem Reservix-Shop.

(Bild: Bolesław Prus I Bildquelle: Wikipedia: Wilhelm Feldman (1868–1919) – Biblioteka Narodowa © gemeinfrei)

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© Michael Helbig
Schauspiel

gehen bleiben

Neues Stück des Jugendklubs des Piccolo Theaters Cottbus
Uraufführung


Gehen? Bleiben? Wohin mit uns nach der Schule? Was hält uns – und was treibt uns weg?

In diesem Stück des Jugendklubs des Cottbuser Piccolo Theaters kommen die Jugendlichen selbst zu Wort. Sie erzählen von ihren Wünschen, Zweifeln und Träumen – laut, leise, ehrlich. Es geht um familiäre Erwartungen, leere Innenstädte und Bahnhöfe, den Reiz der Großstadt und das, was bleibt, wenn man geht.

In der Lausitz ist der Strukturwandel überall und jeden Tag spürbar. Kinder wachsen in einer alternden Gesellschaft auf. Gewissheiten, die es für frühere Generationen gab, gelten für sie nicht mehr. Viele junge Menschen fragen sich: gehen oder bleiben? Gibt es hier eine Zukunft für uns? Was bedeutet zuhause, wenn Freundinnen und Freunde wegziehen, weil die Chancen woanders größer scheinen

Mit eigenen Texten, Szenen, Musik und Bewegung entsteht in Zusammenarbeit mit der Bestsellerautorin Ruth-Maria Thomas (»Die schönste Version«, Rowohlt 2024), die für dieses Projekt erstmals für Theater schreibt, und dem Lausitz Festival ein vielstimmiges Bild der Region – zwischen Aufbruch und Verbundenheit, zwischen Wut und Hoffnung. Gehen oder bleiben ... oder erstmal »gehen bleiben«. Eine theatrale Einladung zum Weiterdenken.

Textentwicklung: Ruth-Maria Thomas & Piccolo Jugendklub
Spielleitung: Matthias Heine
Choreografie: Zaida Ballesteros Parejo
Bühne und Kostüm: Veronica-Silva Klug
Dramaturgische Begleitung: Michael Höppner
Piccolo Jugendklub: Laurenz Lorenz, Charlie Müller, Celina Siegfried, Maja Kuschnir, Hermine Jähne, Arian Wolff, Carl Ferdinand Thomas, Isabella Stutzmann, Myroslava Bevzenko, Orion Ballesteros Parejo, Lamara Schröder, Sandra Ludwig

Für Leute ab 14 Jahren.

Eine Koproduktion von Piccolo Theater Cottbus und Lausitz Festival

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© Marco Borggreve
Klavierkonzert

BACHKURTÁG - Pierre Laurent Aimard

Pierre Laurent Aimard spielt Klaviermusik von Johann Sebastian Bach und György Kurtág

Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard bringt für sein Recital im Saal der Brüdergemeine Herrnhut nicht weniger als 33 Stücke mit. Die meisten davon sind allerdings ausgesprochen kurz – es handelt sich dabei um Miniaturen des ungarischen Komponisten György Kurtág, der im vergangenen Februar bei guter Gesundheit in Budapest seinen 100. Geburtstag gefeiert hat. Aimard verflicht Kurtágs Miniaturen mit Auszügen aus dem »Wohltemperierten Klavier« und der »Kunst der Fuge« von Johann Sebastian Bach. Das Konzert bietet die rare Gelegenheit, Korrespondenzen und Reibungen zwischen den beiden zweieinhalb Jahrhunderte auseinanderliegenden Komponisten zu erleben, gespielt vom dafür wohl kompetentesten Interpreten der Welt.  

György Kurtágs Sammlung kurzer Klavierstücke, die er mit dem Titel »Játékok« (ungarisch für »Spiele«) versehen hat, umfasst mehr als 400 Miniaturen und wird stetig erweitert. Der Komponist bezeichnet sie als »Werkstatt für mein Leben, ein Notizbuch«. Kurtág zählt zu den weltweit bedeutendsten lebenden Komponisten und arbeitet seit Jahrzehnten eng mit Pierre-Laurent Aimard zusammen, zuletzt am Album »Kurtág: Játékok«, das im Mai 2025 erschien. Dass der Pianist seiner Auswahl aus »Játékok« im Konzert Auszüge aus Johann Sebastian Bachs »Das wohltemperierte Klavier« und »Die Kunst der Fuge« gegenüberstellt (beide Werke hat er ebenfalls eingespielt), ist alles andere als eine postmoderne Laune: Kurtág sieht Bachs Werk als zentrale Referenz für sein eigenes Schaffen. In seinem Programm setzt Aimard überdies eine kluge musikalische Dramaturgie in Gang. Das Ganze wird zu mehr als zur Summe seiner 33 Teile.

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© Stan Augris
Jazz

Drei Joker des Jazz

Vincent Peirani / Federico Casagrande / Ziv Ravitz

Akkordeon: Vincent Peirani
Gitarre: Federico Casagrande
Schlagzeug: Ziv Ravitz


Der Trioabend »Jokers« des französischen Akkordeonvirtuosen Vincent Peirani mit Federico Casagrande (Gitarre) und Ziv Ravitz (Schlagzeug) verspricht ein energiegeladenes Konzerterlebnis mit einer Vielzahl an lebendigen und individuellen Sounds zwischen Jazz, Rock und subtilen elektronischen Einflüssen.

Die Stücke wirken wie Momentaufnahmen eines imaginären Films: atmosphärisch dicht, rhythmisch prägnant und von großer dynamischer Bandbreite. Das Akkordeon steht im Zentrum, wird aber in seinem Klangspektrum durch Effekte erweitert und nimmt immer wieder neue Rollen ein. 

Der Titel »Jokers« verweist auf ein musikalisches Prinzip der Beweglichkeit: Rollen verschieben sich, Strukturen bleiben durchlässig, das Zusammenspiel lebendig und überraschend. So entsteht ein Programm, das durch seine unmittelbare Ausdruckskraft überzeugt.

In der historischen Maschinenhalle der Brikettfabrik Louise in Domsdorf schreibt das Lausitz Festival mit diesem Trioabend eine Tradition fort, die dort vor fünf Jahren mit einem Auftritt der Sängerin Cécile McLorin Salvant begann. Seither genießt Jazz in Domsdorf einen besonders guten Ruf, nicht zuletzt wegen der außergewöhnlichen Atmosphäre des Spielorts.

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© shutterstock
Schauspiel

Erste letzte Sekunde

Eine Gala von Christoph Marthaler

Galas sind ein Relikt aus Zeiten, in denen glamouröse öffentliche Feierstunden mit großem Aufwand betrieben und von Millionen Menschen eingeschaltet oder besucht wurden. Es gab gigantische Dekorationen, Orchester, Ballette, internationale Stargäste, Goldregen, Windmaschinen und elegant angegraute Moderator*innen mit hinterhältigem Humor.

Galas gibt es auch heute noch. Vermutlich sogar mehr als früher, allerdings überbieten sie sich in immergleichen Verläufen, austauschbaren Textbausteinen für Moderationen und Dankesreden sowie Bühnenbildern im Dubai-Stil. Überreicht werden absurde Pokale für Einzel- und Gruppenleistungen im Film-, Musik- und Theaterbusiness sowie Preise für Lebenswerke und Zivilcourage.

Wenn nun Christoph Marthaler eine Gala inszeniert, dann werden in der Lücke zwischen den überbordenden Blumensträußen rechts und links der Bühne zwar immer wieder Personen geehrt, eigentlich jedoch beschäftigt sich die Gala ausnahmsweise einmal ganz mit sich selbst und feiert das Gala-Wesen in allen vorstellbaren Klängen, Formen und Farben. In Marthalers Gala feiert die Gala ein musikalisches Fest der Gleichzeitigkeit! Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser wundervollen Kunstform verschmelzen in einer einzigen ersten letzten Sekunde. Und weil der homo sapiens so etwas schlecht aushält, steht augenblicklich die Frage im Raum: Was kann die Gala, was wir nicht können? Bietet sie Trost in den schweren Stunden von Veränderung, Abschied und Aufbruch? Ja und nein, denn wie wir alle wissen, vergeht ja nicht die Gala, sondern immer wieder aufs Neue nur der einzelne Mensch. Das ist ungerecht, bietet der Gala als solcher aber berechtigte Hoffnung auf immerwährende Existenz! Was für Aussichten!

Mit: Tora Augestad, Liliana Benini, Raphael Clamer, Bendix Dethleffsen, Rosemary Hardy, Ueli Jäggi, Hardy Kayser, Clemens Sienknecht, Sebastian Zuber
Orchester: Symphoniker Hamburg – Laeiszhalle Hamburg Orchester
Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling
Regie: Christoph Marthaler
Mitarbeit Regie: Joachim Rathke
Bühne: Duri Bischoff
Kostüme: Sara Kittelmann
Dramaturgie: Malte Ubenauf

Eine Koproduktion von Internationales Sommerfestival Kampnagel, Lausitz Festival und Symphoniker Hamburg.

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© Suhrkampverlag
Lesung

Vom Eros frischer Druckfarbe

Judith Schalansky im Gespräch mit Thoralf Czichon

Die Essays in Judith Schalanskys neuestem Buch »Marmor. Quecksilber. Nebel. Woraus die Welt gemacht ist« sind Paradestücke gedanklicher Beweglichkeit. Die Autorin verknüpft winzige Details mit großen Zusammenhängen. Den Naturwissenschaften begegnet sie mit Poesie, Diffusem mit Klarheit. Drei Materialien in drei unterschiedlichen Ag-gregatzuständen – eben Marmor, Quecksilber und Nebel – nimmt sie zum Ausgangspunkt faszinierend eigenwilliger Reflexionen über Welt, Wahrnehmung und Kunst. Freimütig setzt sich die Autorin über Gattungsgrenzen hinweg, um uns an den assoziativen Gedankenströmen ihrer geistsprühenden Essays teilhaben zu lassen.

Ihre neuesten Texte bilden den Ausgangspunkt dieses Abends, der seinerseits zwischen Gespräch und Lesung zu mäandern beabsichtigt. Im Austausch mit Thoralf Czichon, dem jungen Literatur-YouTuber (»LiteraturNews«) und seit dieser Saison Dramaturg Literatur des Lausitz Festivals, ist eine Wort-, Bild- und Sprechkünstlerin zu erleben, für die Bücher elementare Gedächtnisträger menschlicher Kultur sind, medial gebundene Zeitkapseln und dazu noch visuell-haptische Kunstwerke mit hohem emotionalem Wert.

Schalansky, gelernte Buchgestalterin und u. a. Herausgeberin der im Verlag Matthes & Seitz verlegten Buchreihe »Naturkunden«, ist in der DDR aufgewachsen. Wollte sie als Kind auf Reisen gehen, musste sie sich über Bücher in die weite Welt hinaus-träumen. Noch heute blickt sie vom Cockpit der Bibliothek – ihrem heiligen Recherchezentrum – wie durch ein Facettenauge holistisch auf unsere Welt und kartografiert etwa entlegene Flecken, die sie selbst nie bereisen wird (»Atlas der abgelegenen Inseln«) oder spürt endgültig verlorenen und verschollenen Dingen nach (»Verzeichnis einiger Verluste«). Auszug aus möglichen Gesprächsthemen: Eine Enzyklopädie für das 21. Jahrhundert, die Sehnsucht nach unentdeckten Landstrichen, waghalsige künstlerische Ideen, die Schifffahrt des Mittelalters, griechische Mythologie, die Erotik frischer Druckfarbe.

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© Hernan Rodriguez
Jazz

Dee Dee Bridgewater & Trio

Festival-Finale mit der Jazz-Legende und ihrem Programm WE EXIST!

Die US-amerikanische Sängerin Dee Dee Bridgewater gehört zu den bedeutendsten Interpretinnen des Great American Songbook, doch ihre Strahlkraft reicht weit über dieses Repertoire hinaus: intensiv und glanzvoll widmet sie sich immer wieder auch stark vom Soul und dem Blues geprägten Songs aus der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, etwa »Mississippi Goddam«, »Trying Times«, »The Danger Zone« oder »Why (Am I Treated So Bad)«. Sie beherrscht die hohe Kunst des Scat-Gesangs aus dem Effeff, wickelt ihr Publikum aber auch mit jedem anderen Ton ihrer großartigen Stimme um den Finger.

In ihrem Songprogramm WE EXIST!, dessen Titel gewiss nicht unabsichtlich an ein enorm einflussreiches Jazz-Album des Drummers Max Roach aus dem Jahr 1960 erinnert (»We Insist! Freedom Now Suite«), bündelt Dee Dee Bridgewater ihre große Lebenserfahrung und all ihre künstlerischen Kräfte. Seit einiger Zeit arbeitet sie live bevorzugt in Triobesetzungen, in denen ausschließlich Frauen spielen. Female Empowerment, Kämpferisches und Lebensfreude verbinden sich in ihren Konzerten zu einem Gesamterlebnis, das ihr Publikum beschwingt, beglückt und bestärkt.

Ein wahrlich geschöpferisches Finale!

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Lausitz Festival

25.8. bis 13.9.2026

Drei Wochen Kunst und Kultur im Herzen Europas

Konzert, Theater, Tanz, Musiktheater, Film, Jazz, Ausstellung, Gespräch, Literatur



Das Inspirationswort des Festivals 2026 lautet geschöpferisch.



Es feiert die menschliche Fähigkeit, ungeachtet aller Rückschläge und Hindernisse immer wieder den Neuanfang zu wagen. Auch für die vielen Wandlungen in der Lausitz kann geschöpferisch ein guter und inspirierender Impuls sein.

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Ereignisse / Festival Lausitz-Festival 25.8. bis 13.9.2026
Familie+Kinder / Freizeitpark Kulturinsel Einsiedel
Ereignisse / Theater Waldbühne Jonsdorf Kurort Jonsdorf, Im Wiesental
Ereignisse / Festival VIATHEA Görlitz Görlitz, Demianiplatz 2
Ereignisse / Festival Lausitzer Musiksommer Bautzen Bautzen, Fleischmarkt 1
Ereignisse / Festival Int. Messiaen-Tage
Görlitz/Zgorzelec
Görlitz, Demianiplatz 40
Ereignisse / Theater Amphitheater Senftenberg Senftenberg, Strandpromenade
Ereignisse / Kulturveranstaltung Augen auf - Zivilcourage zeigen! Großhennersdorf, Am Markt 11
Ereignisse / Theater Freilichtbühne Spremberg Spremberg , Wiesengasse
Ereignisse / Kulturveranstaltung Lausitzhalle Hoyerswerda Hoyerswerda , Lausitzer Platz 4

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