Das Schauspiel Köln hat Tradition und bildet gemeinsam mit der Oper Köln die Adresse für besondere Bühnenspektakel in Köln. Zu den Spielstätten gehören das Carlswerk, das Depot 1 und 2, die Grotte und der Carlsgarten. Aufführungen verschiedenster Art finden dort ihren Platz. Egal ob Dramen, Komödien oder extravagantere und experimentellere Darbietungen, das Schauspiel Köln hat eine Menge zu bieten. Es eröffnet seinen Besuchern neben Uraufführungen und Premieren auch besondere Wiederaufnahmen erfolgreicher Stücke. Der Spielplan der Spielstätte ist innovativ und überrascht mit kreativen und einzigartigen Programmen.
Das Schauspiel Köln hat eine lange Geschichte in der Domstadt. 1782 wurde in der heutigen Komödienstraße das erste Theater erbaut. 1898 kam ein Neubau am Habsburgerring hinzu. Der Bau der Außenspielstätte des Schauspiels befindet sich seit 2016 am Offenbachplatz. Dass das Schauspiel Köln eine ganz besondere und hervorragende Spielstätte ist, zeigt sich anhand der vielen Auszeichnungen, die es über die Jahre sammeln konnte. Es wurde bereits mehrfach von Kritikern als bestes Theater in der Kategorie „Überzeugende Gesamtleistung” und zweimal in Folge innerhalb einer Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute” als „Theater des Jahres” ausgezeichnet.
Die Spielstätte kümmert sich zudem um den Nachwuchs und das jüngere Publikum, in dem es mithilfe eines theaterpädagogischen Teams diverse Fortbildungen und Workshops für Lehrer und Schüler anbietet. Dadurch werden Kultur und Klassiker für Schüler zum Greifen nah. Mit dem Schauspiel hat Köln eine traditionsreiche Institution, bei der das Künstlerherz höher schlägt.
Endlich wieder in bester Lage beheimatet. Das Schauspiel zieht zurück an den Offenbachplatz! Passend zur lang ersehnten Wiedereröffnung inszeniert Intendant Kay Voges eine Gebäudekomplex-Komödie, bei der Sanierungen zu Dauerbaustellen werden. Ein Haus, zehn Eigentumswohnungen in zweckbedingter Nachbarschaft: Hier wohnen Anlegerinnen, die bis zur Rente ihren Wohnungskredit abstottern, neben schuldenfreie rich kids mit Vorliebe fürs Laden ihrer E-Autos am Gemeinschaftsstrom. Dauerlaute neben Unsichtbaren, deren Existenz nur die Unterwäsche im Konfliktpool Waschküche verrät. Das Dach erfüllt nicht die aktuellen Brandschutzauflagen, doch bockige Eigentümer blockieren den Zugang zum Spitzboden. Das stets nach Fritteuse stinkende Treppenhaus (danke, 1. OG rechts) ist nicht barrierefrei und im Hof quillt die Altpapiertonne über. Die Reparatur der maroden Wasserrohre im Keller braucht Einstimmigkeit. Doch wie sich einigen, wenn die einen von den Nebenkosten ruiniert werden und die anderen die Balkone für Solarzellen vermessen? Die neue Komödie von Kristof Magnusson („Männerhort“) und Gunnar Klack offenbart, wie sich im Mikrokosmos Eigentümergemeinschaft der globale Wahnsinn zwischen Investitionsstau, Pluralismus, Parallelgesellschaften und maroder Infrastruktur widerspiegelt.
Regie: Kay Voges
Bühne: Daniel Roskamp
Kostüm: Mona Ulrich
Musik: Paul Wallfisch
Lightdesign: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Wiebke Rüter
Termine
Fr 25.9.2026, 19:30 | Uraufführung
Mi 30.9.2026, 19:30
Fr 2.10.2026, 19:30und weitere Termine
Noah dreht einen Film. Kritisch soll er werden, denn kritisch waren seine Dokumentationen, in denen er der Gegenwart auf den Zahn fühlt, schon immer. Dieses Mal hat er sich weit rausgewagt. Mitten in der Wüste trifft er Ava Rothbart zum Interview, 15 Meter tief unter der Erde auf der Baustelle ihres neuen Luxus-Bunkers. Ava ist Tech-Milliardärin und Gründerin von Atlas Analytics, ein Unternehmen, das Militär und Polizei mit geostrategischer Software versorgt. Ihre Programme analysieren gigantische Datenmengen und sagen die Handlungen des Feindes voraus. Das hat der libertären Unternehmerin nicht nur Freunde beschert. Noahs Tochter June, idealistische Antifaschistin, steht unter Verdacht, an einem Attentat auf sie beteiligt gewesen zu sein. Für Noah entwickeln sich die Dreharbeiten im Bunker zu einem Höllentrip zwischen den Stühlen, in dem seine Werte auf die Probe gestellt werden und seine Sinneswahrnehmung zwischen Realität und Fiktion verrückt spielt. Die Lage eskaliert endgültig, als die Bunker-KI Samantha voraussagt, dass Noah ein Verbrechen an Ava begehen wird. Wer trifft hier jetzt noch die Entscheidungen? Wie verschiebt sich die Machtfrage durch den Eingriff der KI? Wie legitim ist Gewalt, die auf Gewalt antwortet, die nur vorausgesagt wurde? Das neue Stück von Alexander Kerlin widmet sich auf faszinierende Weise den Abgründen digitaler Kriegsführung und erkundet die neuen Bündnisse zwischen Techkapitalismus und rechter, autoritärer Politik.
Regie: Kay Voges
Bühne: Daniel Roskamp
Kostüm: Mona Ulrich
Videoart: Max Schweder
Dramaturgie: Viola Köster
Live-Schnitt: Mario Simon und Jan Isaak Voges
Termine
Sa 26.9.2026, 20:00 | Uraufführung
So 4.10.2026, 18:30
So 11.10.2026, 18:30und weitere Termine
Sa 24.10.2026, 20:00
Ort
Schauspiel Köln
Kleines Haus Offenbachplatz
D-50667 Köln
Das neue Stück des Kultautors Roland Schimmelpfennig ist fast schon mathematisch genau um die Zahlen 2 und 4 gebaut: Zwei Brüder, zwei Frauen, zwei Paare. Das eine Paar lebt auf dem Land, das andere in der Stadt. Die Brüder sind zerstritten und haben sich seit Jahren nicht gesehen. Der eine spielt Theater. Er heißt Erik. 1.000 Vorstellungen von „Der gestiefelte Kater“ haben ihn zugleich zu einer Lokalberühmtheit und zum Alkoholiker gemacht. Der andere, Martin, schreibt. Seit sieben Jahren feilt er an seinem Text „Die Landmaus und die Stadtmaus“, der zugleich Kindergeschichte und politisches Manifest sein soll. Er kommt aber kaum über die erste Seite hinaus. Ihre Partnerinnen, Lisa und Astrid, wünschen sich beide aus dem Leben mit ihren von Erfolg und Misserfolg mürbe gewordenen Männern weg. Astrid sehnt sich nach der Stadt, Lisa hat bessere künstlerische Ideen als Erik und Sympathien für Martin, seinen Bruder auf dem Land, und dessen unfertigen Text. Was geschieht nun, wenn das Landpaar überraschend in der Stadt aufschlägt? Oder das Stadtpaar auf dem Land, den Kofferraum voll Wein, Bier und Schnaps? Und wenn sich langsam zeigt, dass es die Politik war, die die beiden Brüder einst so tief gespalten hat? Roland Schimmelpfennig hat ein raffiniertes Stück geschrieben, herrlich absurd und schmerzhaft gegenwärtig, in dem sich schließlich jede Zweiteilung und jede Paarung in kollektiver Anarchie auflöst.
Regie: Lily Sykes
Bühne: Hannah Heiermann
Kostüm: Jelena Miletić
Musik | Komposition: Albertine Sarges
Lightdesign: Michael Frank
Dramaturgie: Alexander Kerlin
Termine
So 27.9.2026, 19:30 | Uraufführung
Do 1.10.2026, 19:30
So 4.10.2026, 18:00und weitere Termine
Gratiswasser in Tetrapacks als Trost für verpasste Anschlusszüge, Verwirrung am Bahnsteig angesichts umgekehrter Wagenreihung, hungrige Fahrgäste in geschlossenen Bordbistros, gestrandete Pendlerinnen an eiskalten Provinzbahnhöfen, defekte WCs, nicht angezeigte Sitzplatzreservierungen, das Fehlen ganzer Waggons und Verspätung, Verspätung, Verspätung. Grund dafür? Ein vorausfahrender Zug, ein defektes Stellwerk, verspätetes Personal aus vorheriger Fahrt … Wenn es etwas gibt, auf das sich immer noch alle einigen können, dann ist das der katastrophale Zustand der Deutschen Bahn. Aber was sind die Gründe hinter den Gründen für die Krise? Auf der Suche nach Antworten stößt man auf viele offene Fragen: War die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft ein Fehler? Warum wird immer noch zu wenig in das Schienennetz investiert? Hat im Zweifel Ex-Bahnchef Mehdorn an allem Schuld? Calle Fuhr gibt sich nicht mit einfachen Erklärungen zufrieden. In monatelangen Recherchen hat er sich den Komplex rund um die Deutsche Bahn angesehen und keine Oberleitungsstörung ausgelassen, um die wahren Zusammenhänge der Krise zu verstehen. Nach seinen gefeierten One-Man-Shows KRIEG UND FRIEDEN sowie AUFSTIEG UND FALL DES HERRN RENÉ BENKO taucht er in das Firmennetzwerk Deutsche Bahn AG ein, analysiert politische Klüngeleien und sucht nach Hebeln, um die Bahn wieder auf die Spur zu bringen.
Regie: Calle Fuhr
Termine
Fr 9.10.2026, 19:30 | Uraufführung
Di 13.10.2026, 19:30
Der eine ist blind und kann nicht gehen, der andere kann sehen, aber nicht sitzen. Samuel Becketts weltberühmtes Schauspiel ENDSPIEL zeigt das clowneske Gespann Hamm und seinen Diener Clov am Ende der Zeit. Hamm ist auf Clovs Augen angewiesen, während dieser mit dem Fernrohr durch die Fenster die Außenwelt beobachtet: hier eine menschenleere Landschaft, dort ein unendlich graues Meer. Aufeinander angewiesen, vertreiben sie sich die Zeit mit Wortgefechten — geistreich, bissig und mit schwarzem Humor. Im Zentrum dieses Endspiels steht nichts Geringeres als die Unfassbarkeit menschlicher Existenz. Becketts Klassiker des Absurden Theaters wirkt bis heute nach, und so übernehmen in Kay Voges‘ Inszenierung Lum und Purl aus Wolfram Lotz‘ „Einige Nachrichten an das All“ als zwei geistige Verwandte von Hamm und Clov das Ringen um das Nichts. „Ich will Poesie in das Drama bringen, eine Poesie, die das Nichts durchschritten hat und in einem neuen Raum einen neuen Anfang findet.“ (Samuel Beckett). Ein Abend zwischen Absurdität, Humor und existenzieller Tiefe, der vielleicht weniger zu verstehen als zu erleben ist. Nach Stationen in Dortmund, Tiflis, Antalya, Friedrichshafen, Bielefeld, Wuzhen, Wien und Zagreb ist Kay Voges‘ legendäre Inszenierung nun auch in Köln zu sehen.
Regie: Kay Voges
Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Kostüm: Mona Ulrich
Sounddesign: Mario Simon
Termine
Do 15.10.2026, 20:00 | Premiere
So 25.10.2026, 18:30
Ort
Schauspiel Köln
Kleines Haus Offenbachplatz
D-50667 Köln
Alles beginnt als Liebesgeschichte. Der namenlose Ich-Erzähler ist vernarrt in alles Historische, in die sanften Wogen des Abgeschlossenen. Um jedoch in der akademischen Welt ein Auskommen zu finden, trifft er eine pragmatische Entscheidung und spezialisiert sich auf die Erforschung der Shoah. Nun findet er sich als Guide israelischer Schülergruppen in den Gedenkstätten der nationalsozialistischen Vernichtungslager auf polnischem Boden wieder. Dort hält er Vorträge über die Mörder, trifft Zeitzeuginnen und lässt keinen Abgrund der Vergangenheit aus. Gleichzeitig versucht er, seinem kleinen Sohn in Israel Orientierung in einer komplexen Welt zu geben. Doch die permanente Konfrontation mit dem Grauen bleibt nicht ohne Folgen. Während er Tag für Tag seinen Beitrag zur Erinnerungskultur leistet, beginnt sich die Geschichte in sein ganzes Wesen einzuschreiben. Die Distanz des Wissenschaftlers bröckelt, er verliert mehr und mehr die Kontrolle über seine Gedanken und seine Forschung wird zur Obsession. Mit seinem Roman MONSTER legt Yishai Sarid die offene Wunde der Erinnerung frei und zielt zugleich messerscharf ins Heute, in eine brutale Welt, die ihren moralischen Kompass zu verlieren droht. Der israelische Regisseur Itay Tiran, zuletzt mit ONKEL WANJA auf der Shortlist des Berliner Theatertreffens, bringt diesen eindringlichen Text als Monolog zur deutschsprachigen Erstaufführung.
Regie: Itay Tiran
Bühne und Kostüm: Jessica Rockstroh
Musik: Dori Parnes
Dramaturgie: Lennart Göbel
Regie Mitarbeit: Serina Wieser
Licht: Michael Frank
Termin
Fr 30.10.2026, 20:00 | Premiere
Ort
Schauspiel Köln
Kleines Haus Offenbachplatz
D-50667 Köln
Ein ungeübter Körper, ein ungeformtes Geschöpf zwischen Clown und Kind findet sich in die Welt geworfen. Sein Name: Kaspar, in Anlehnung an das mysteriöse Findelkind Kaspar Hauser, das 1828 plötzlich in Nürnberg auftauchte. Zivilisation, Regeln und Sprache sind ihm unbekannt. Nur einen Satz erprobt der ansonsten Sprachlose in stoischer, variierender Wiederholung: „Ich möchte ein solcher werden, wie einmal ein anderer gewesen ist.“ Und da ertönen sie, die Einsager. Sie benennen mit freundlich autoritären Stimmen Dinge und Vorgänge, üben mit dem staunenden Kaspar Worte und Sätze, ordnen für ihn die Welt — und erzeugen dabei Anpassung, lenken seinen Blick, normieren sein Denken. Im Aufflammen der 1968er-Bewegung, in Zeiten der Revolte gegen die postfaschistische BRD und ihre Konventionen, schrieb Peter Handke sein großes dramatisches Gedicht. Ein Sprachkunstwerk von poetischer Schönheit und politischer Sprengkraft, das er auch „Sprechfolterung“ nannte. Mit groteskem Humor und Wortakrobatik bringt Regisseurin Claudia Bauer KASPAR als musikalisches Machtgefüge auf die Bühne, das den Preis von Erziehung und Verständigung seziert.
Regie: Claudia Bauer
Videoart: Jan Isaak Voges
Lightdesign: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Wiebke Rüter und Lennart Göbel
„Ihr sagt uns, wann wir uns setzen und wann wir stehen sollen. Ihr sagt uns, wann wir uns bewegen und wann wir mal kurz stillhalten sollen. Ihr sagt uns, wann wir vom Tisch aufstehen dürfen. Ihr bringt uns bei, bitte zu sagen. Und ihr bringt uns bei, danke zu sagen. Ihr bringt uns bei, wie man nett und sauber aussieht. Ihr erklärt uns, dass es böse Menschen gibt auf der Welt. Dass es Monster nicht in echt gibt. Dass Worte nichts als Worte sind.“ THAT NIGHT FOLLOWS DAY stellt die Welt auf den Kopf: Ein Chor von Kindern zwischen 8 und 14 Jahren wird zum Hauptdarsteller. Sie sind erst kürzlich ins Leben geworfen worden, und sofort finden sie dort Regeln und Werte vor. Die Kinder aber drehen den Spieß um. Sie verkehren Aussagen ins Gegenteil, verwerfen sie, formulieren neu. Und je länger man diesem Wertekanon mit umgekehrtem Absender zuhört, desto hörbarer betritt ein unausgesprochenes „Warum?“ die Bühne: Die Infragestellung dessen, was ist – und genauso gut auch anders sein könnte! Zutiefst berührend und außergewöhnlich komisch. THAT NIGHT FOLLOWS DAY wurde erstmals 2007 von Victoria Deluxe im belgischen Gent produziert und seitdem in vielen Ländern und Sprachen aufgeführt. Für die Köln-Premiere wird der Text für eine Gruppe Kölner Kinder aktualisiert. Tim Etchells ist ein international renommierter Autor, Regisseur und Künstler. Besonders bekannt wurde er als Leiter der Performance-Gruppe Forced Entertainment.
Regie: Tim Etchells
Bühne: Richard Lowdon
Regie-Mitarbeit: Dana Khamis
Sounddesign: Tim Etchells
Lightdesign: Jan Steinfatt und Nigel Edwards
Ton: Julia Spang
Dramaturgie: Viola Köster
Produktion Originalversion: Victoria Deluxe Gent, 2007
nach Heike Faller von und mit dem Stadtensemble am Schauspiel Köln
Was bedeutet es, ein ganzes Leben zu leben? Zu wachsen und zu gedeihen, konstant älter zu werden und schließlich zu sterben? Autorin Heike Faller hat in ihrem umjubelten Buch HUNDERT einen berührenden Weg gewählt, davon zu erzählen. 100 Lebensjahre – reduced to the max. Ein tiefgreifendes Ereignis pro Lebensjahr, pointiert formuliert und durch warmherzige Illustrationen von Valerio Vidali bebildert: das erste Lächeln, die ersten Zweifel, die ersten Anpassungen, die ersten Wände, vor die man rennt, der erste Herzschmerz! Ihre Sätze und Bilder sind Einladungen an jede Altersstufe zum Nachdenken, einsam oder gemeinsam, über die ganz großen Fragen menschlicher Existenz. Im Dialog mit neunzehn Menschen zwischen sechs und hundert Jahren aus der Kölner Stadtgesellschaft lässt sich Regisseur David Vogel durch die Anregungen in HUNDERT inspirieren: zu einem Theaterabend, der die Generationen miteinander ins Gespräch bringt – über all das, was uns das Leben lebenswert und beängstigend macht, über die Abgründe und die Träume, das Leichte und das Schwere, das Todtraurige und das überraschend Wundervolle. Das Stadtensemble am Schauspiel Köln besteht aus Expertinnen des Alltags. Es findet sich jede Spielzeit neu, in immer neuen Besetzungen, und entwickelt pro Jahr eine eigene Inszenierung zusammen.
Regie: David Vogel
Co-Regie: Nina Mackenthun
Bühne: Anna Lachnit
Kostüm: Julia Misiorny
Komposition und Live-Musik: Annie Bloch
Choreografie: Nina Mackenthun
Lightdesign: Michael Frank
Ton: Jakob Heisters
Dramaturgie: Lidia Polito
Dauer: 1 h 40 min, keine Pause
Termine
Do 8.10.2026, 20:00 | Wiederaufnahme
Sa 17.10.2026, 20:00
Sa 31.10.2026, 20:00
Ort
Schauspiel Köln
Kleines Haus Offenbachplatz
D-50667 Köln
mit Texten von Antonia Baum, Mareike Fallwickl, Emilia Roig u. a.
Die Corona-Pandemie löst in Ensemble-Mitglied Claude De Demo eine Krise aus: Sie hat keine Betreuung für ihre Kinder, sie hat Angst und zu wenig Zeit. Plötzlich stellen sich Gefühle ein, die eine Mutter – dem Rollenklischee nach – nicht haben sollte. Im Gegenteil, sie denkt: Ich bin eine unglückliche Mut- ter – obwohl ich meine Kinder liebe. Damit kommen auch die Zweifel: Bin ich nicht Frau genug? Bin ich nicht Mensch genug? Überforderung, Stillstand und Müdigkeit lassen in ihr das Bedürfnis entstehen, ein realistischeres Bild von Mutterschaft zu zeigen, fernab von eingemachter Marmelade und Schlafliedern. Mit #MOTHERFUCKINGHOOD bringt sie gemeinsam mit Regisseurin Jorinde Dröse all jene Vorstellungen und Ungerechtigkeiten auf die Bühne, die so oft verschwiegen werden, die keinen Platz im Bild der ewig geduldigen, sich selbst aufopfernden Mutter finden. Basierend auf intensiver Recherche, Gesprächen mit Wissenschaftlerinnen und Texten von verschiedenen Autorinnen ist eine Collage über Mutterschaft, Care-Arbeit und das beharrliche Gefühl von Schuld und Wut entstanden. Es geht um die Realität zwischen Gender Pay Gap, Mental Load, Kita-Plätzen und dem „Mutterinstinkt“ sowie die Frage: Wenn die Wahrheit über Mutterschaft auf dem Tisch liegt, wie viele Frauen entscheiden sich dann noch freiwillig dafür?
Bitte beachten Sie: Eine Szene thematisiert auf sprachlich-darstellerischer Ebene Gewalt unter der Geburt. Diese Inszenierung ist aufgrund der Inhalte und Lautstärke nicht für Kleinkinder und Kinder geeignet.
Regie: Jorinde Dröse
Musik: Jörg Kleemann
Bühne & Kostüme: Julia Hansen
Ton: Holger Brochhaus
Lightdesign: Michael Frank
Dramaturgie: Lidia Polito
Produktion: Berliner Ensemble 2024
Dauer: 1 h 15 min, keine Pause
Termine
Sa 10.10.2026, 20:00 | Wiederaufnahme
So 18.10.2026, 18:30
Ort
Schauspiel Köln
Kleines Haus Offenbachplatz
D-50667 Köln
von Anna-Sophie Mahler und Viola Köster | mit dem Jugendensemble der Kölner Dommusik und dem Experimentalchor Alte Stimmen
Wenn Stadtplanung ein Konzert wäre, wie würde sie klingen, die lebenswerte Stadt der Zukunft? Wie singt man von „Brückensanierung“ und „Transformation”, wie intoniert man „Verschattungsstrategie“? Und welche Stimmen kündigen den ökologischen Wandel an? Wir sprechen mit Menschen aus Baugewerbe und Stadtentwicklung, mit Ökonominnen, Zukunftsforschern und Aktivistinnen über die bestehenden Pläne für ein zukunftsfähiges Köln – und über die Widerstände, denen sie begegnen. Aus den so gewonnenen O-Tönen entsteht ein Musiktheaterstück von Kölnern für Köln, ein Stimmenkonzert für drei Schauspielerinnen, zwei Kölner Chöre und eine Stadt der Zukunft. „Denn wir haben hier keine bleibende Statt, sondern die Zukünftige suchen wir“, heißt es in Johannes Brahms’ „Requiem“, das, gesungen vom Kölner Domchor, aus den maroden Stadtmauern dringt. Die Regisseurin Anna-Sophie Mahler ist Spezialistin im Verweben von Recherchematerial und Musik. Bekannt wurde sie mit der Inszenierung „Mittelreich“ an den Münchner Kammerspielen, die 2016 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Zuletzt begeisterte ihre Inszenierung von Tennessee Williams’ „Camino Real“ am Volkstheater Wien, mit der Band Calexico live on stage.
Bitte beachten Sie:
Die Inszenierung REQUIEM FÜR EINE MARODE BRÜCKE wird im KOLUMBA Museum gezeigt. Die Abendkasse befindet sich im Foyer, der Einlass erfolgt 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn über den Hintereingang an der Ludwigstraße (neben sattgrün). Die Wege vor Ort sind ausgeschildert.
Besucher*innen im Rollstuhl bitten wir, den Haupteingang in der Kolumbastraße zu nutzen, da der Hintereingang zu schmal ist. Ein Aufzug steht zur Verfügung, kurze Wege innerhalb des Gebäudes sind jedoch nötig. Sitzplätze sind in fast allen Räumen vorhanden.
Regie: Anna Sophie Mahler
Bühne: Katrin Connan
Kostüm: Annika Lu
Musikalische Leitung und Flügel: Michael Wilhelmi und Simon Rummel
Einstudierung Jugendchor: Alexander Niehues und Oliver Sperling
Ton: Jakob Heisters
Lightdesign: Michael Frank
Dramaturgie: Viola Köster
Ein performativer Stadtspaziergang von und mit dem Jugendklub POLYLUX
Das Bimmeln der Bahn am Neumarkt. Der Geruch von Currywurst und Nagelstudio. Shopping, Sightseeing, Selfies. Kölns Innenstadt voller Erwartungen und Widersprüche: Wie du dich kleidest. Wie du sprichst. Wie du dich bewegst. Wer dazugehört. Und wer nicht. Ein Blick, der nicht erwidert wird. Schlafplätze unter Vordächern. Welche Geschichten verbergen sich an einem Ort, an dem täglich so viele Menschen vorbeigehen, verweilen, leben oder von dem sie vertrieben werden? Zwischen Schaufenstern und Beton wächst DOWNTOWN PARADISE – Der Stadtraum wird zur Bühne. Der Jugendklub POLYLUX erforscht, wie Wahrnehmung, Mitgefühl und Verantwortung im öffentlichen Raum verhandelt werden – dort, wo Nähe und Distanz ineinander übergehen, wo Stillstand und Bewegung sich begegnen, wo Sichtbarkeit zur Frage wird. Inspiriert vom Alltag der Kölner Innenstadt lädt POLYLUX dazu ein, den öffentlichen Raum neu zu erzählen. Ein Blick auf das, was sonst verborgen bleibt. Ein Zuhören zwischen den Geräuschen. Ein Versuch, die Stadt zu fühlen, bevor man sie versteht.
Mit Texten und Szenen von Julia Dittes, Burak Şengüler und Ronja Simon.
Stell dir vor, die Welt wäre ein Dorf. Stell dir vor, es herrschte dort Frieden. Und nun stell dir vor, die Nacht senkte sich über die Häuser und die Straßenlaternen leuchteten auf. Stell es dir genau vor. Hinter den Fenstern äßen die Menschen ihr Brot und tränken ihren Tee. Und die Kinder läsen friedlich im Bett, bevor der Vater sie küsst und die Mutter das Licht löscht. Jetzt stell dir vor, ein Schatten schliche über den verlassenen Dorfplatz. Und dort, im Gewächshaus, wüchsen drohend die Pflanzen – und auf dem Altar läge unheilvoll ein Buch mit einer Heiligen Schrift. Und im Laden fiele wie aus dem Nichts ein Produkt vom Regal. Und dann ertönte am Himmel ein fremder Gesang. Stell ihn dir genau vor – wie einen Riss im Firmament. Stell dir vor, es hole die Menschen aus ihren Betten und sie blickten gemeinsam zum Himmel hinauf. Und sie fragten sich mit bis zum Hals schlagenden Herzen, was sich ihnen dort nähert. Ein Engel? Eine Drohne? Eine tödliche Rakete, die alles verbrennt und zerstört? Wir stehen am Anfang einer großen Geschichte. Es gibt kein Vaterland und keinen Grund für Mord und Krieg. Und alle Menschen leben nur im Hier und Jetzt. Stell Dir das vor. Es ist ganz leicht, wenn du’s versuchst. Willkommen in IMAGINE.
Regie: Kay Voges
Musik: Tommy Finke
Bühne: Pia Maria Mackert
Kostüm: Mona Ulrich
Videoart: Mario Simon und Jan Isaak Voges
Musik und Sounddesign: Tommy Finke
Lightdesign: Michael Gööck
Ton: Oliver Bersin und Antony Fitz-Harris
Choreografie: Berit Jentzsch
Dramaturgie: Alexander Kerlin
Dauer: 1 h 45 min, keine Pause
Termine
Sa 17.10.2026, 19:30 | Öffentliche Probe
So 18.10.2026, 18:00 | Wiederaufnahme
Österreichischer Knastpoet, Frauenschwarm, Journalist, verurteilter Mörder: Jack Unterweger war vieles, und er spielte im Laufe seines Lebens zahlreiche Rollen. Während seiner ersten Inhaftierung, zu der er wegen Mordes an einem 18-jährigen Mädchen verurteilt war, veröffentlichte er seinen ersten Roman, der ihm sofort Ruhm verschaffte. Eine Petition für seine Freilassung unterzeichneten u. a. Elfriede Jelinek, Ernst Jandl und Günter Grass. Nach 15 Jahren Haft dann die Freilassung: Unterweger wird zum Paradebeispiel „geglückter Resozialisierung“. Doch 1994 folgt die zweite Verurteilung — wegen Mordes an neun Frauen. UNTERWEGER spürt der irrationalen Faszination nach — ein Abend über Lust und Mitleid, Anziehung und Ekel, Urteil und Gnade.
Regie Branko Janack
Bühne Michael Sieberock-Serafimowitsch
Kostüm Mona Ulrich
Dramaturgie Lidia Polito
Mit Birgit Unterweger
Produktion: Volkstheater Wien in Kooperation mit dem DRAMA FORUM von uniT Graz, 2024
Hypnotisch, sensationell, magnetisch und unfassbar sinnlich: So wird die Arbeit von Sharon Eyal beschrieben. Mit ihrer jüngsten Arbeit DELAY THE SADNESS wird sie die neue Bühne des Schauspielhauses eintanzen und öffnet dabei einen Raum voller Intimität, Tiefe und emotionaler Kraft. Gewidmet ihrer vor drei Jahren verstorbenen Mutter entwirft sie einen vielschichtigen Dialog über Stärke und Verletzlichkeit, über das Aufschieben und Durchleben von Gefühlen. Die Komposition stammt von Josef Laimon, einem in Paris lebenden Komponisten, Produzenten, DJ und Performer.
Tanzgastspiel
Termine
Fr 23.10.2026, 19:30
Sa 24.10.2026, 19:30
So 25.10.2026, 18:00
basierend auf „L’Addition“ von Tim Etchells, Bertrand Lesca, Nasi Voutsas
Ein Tisch, ein Sessel, eine Flasche. Und ein Glas Wein, das der Kellner dem Gast serviert: So die Ausgangssituation. Doch wer bedient hier wen? Und wer dient wem? Wer bezahlt am Ende die Rechnung oder macht einen Strich durch die des anderen? In der Arbeit des britischen Autors und Regisseurs Tim Etchells (Forced Entertainment) werden Macht- dynamiken in zahlreichen Variationen durchgespielt – und je länger die Szene dauert, desto abgründiger wird der Humor. In diesem Sinne erkunden hier Herr und Knecht die mannigfaltigen Fallstricke hierarchischer Konstellationen. Nach der deutschsprachigen Erstaufführung im Rahmen der Wiener Festwochen 2024 werden nun Tisch, Sessel und Wein ins Depot 3 gestellt. Die Spannung steigt, wer in dieser Slapstick-Komödie am Ende die Rechnung bezahlt.
Regie: Tim Etchells
Bühne: Richard Lowdon
Musik: Graeme Miller
Dramaturgie: Lidia Polito
Produktion: Volkstheater in den Bezirken und Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, 2024 | Originalversion: Festival d’Avignon, 2023
Wir machen journalistische Arbeit sichtbar, verständlich und erlebbar: Die Talkreihe HINTER DEN SCHLAGZEILEN lädt Redakteurinnen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ein, um über aktuelle, relevante Themen tiefer ins Gespräch zu kommen. Was bewegt (in) Köln? Worüber wird gestritten? Was muss besser erklärt werden? Welche Geschichten verdienen mehr Aufmerksamkeit? Im Mittelpunkt stehen Recherchen der Redaktion, aber auch politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen, die Gesprächsstoff in Köln und der Region sind — von lokal bis international. Das Publikum kann nachfragen, mitdiskutieren und eigene Perspektiven einbringen.
Termine
Di 29.9.2026, 20:00
Fr 23.10.2026, 20:00
Ort
Schauspiel Köln
Kleines Haus Offenbachplatz
D-50667 Köln
In einer Tour von 90 Minuten erfahrt ihr alles über unseren neuen alten Schauspielstandort am Offenbachplatz. Darüber hinaus erklären wir, wie Theaterproduktionen entstehen und verraten euch Geheimnisse aus den Werkstätten, von Kostüm über Bühnenbild bis Technik. Eine inspirierende Tour durch und hinter die Kulissen!
Das Schauspiel Köln hat Tradition und bildet gemeinsam mit der Oper Köln die Adresse für besondere Bühnenspektakel in Köln. Zu den Spielstätten gehören das Carlswerk, das Depot 1 und 2, die Grotte und der Carlsgarten. Aufführungen verschiedenster Art finden dort ihren Platz. Egal ob Dramen, Komödien oder extravagantere und experimentellere Darbietungen, das Schauspiel Köln hat eine Menge zu bieten. Es eröffnet seinen Besuchern neben Uraufführungen und Premieren auch besondere Wiederaufnahmen erfolgreicher Stücke. Der Spielplan der Spielstätte ist innovativ und überrascht mit kreativen und einzigartigen Programmen.
Das Schauspiel Köln hat eine lange Geschichte in der Domstadt. 1782 wurde in der heutigen Komödienstraße das erste Theater erbaut. 1898 kam ein Neubau am Habsburgerring hinzu. Der Bau der Außenspielstätte des Schauspiels befindet sich seit 2016 am Offenbachplatz. Dass das Schauspiel Köln eine ganz besondere und hervorragende Spielstätte ist, zeigt sich anhand der vielen Auszeichnungen, die es über die Jahre sammeln konnte. Es wurde bereits mehrfach von Kritikern als bestes Theater in der Kategorie „Überzeugende Gesamtleistung” und zweimal in Folge innerhalb einer Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute” als „Theater des Jahres” ausgezeichnet.
Die Spielstätte kümmert sich zudem um den Nachwuchs und das jüngere Publikum, in dem es mithilfe eines theaterpädagogischen Teams diverse Fortbildungen und Workshops für Lehrer und Schüler anbietet. Dadurch werden Kultur und Klassiker für Schüler zum Greifen nah. Mit dem Schauspiel hat Köln eine traditionsreiche Institution, bei der das Künstlerherz höher schlägt.
KARTENSERVICE
Tickethotline: +49 (0)221-221 28400
(Mo-Fr 10.00 - 19.00 Uhr, Sa 11.00 - 19.00 Uhr)
Fax: +49 (0)221-221 28249 tickets@buehnenkoeln.de