Musik bewegt uns – sei es durch Rhythmen, die uns mitschwingen lassen, oder durch Gefühlswelten, die uns emotional berühren. Die vielfältigen Formen musikalischer Bewegung sind bei den kommenden Kasseler Musiktagen an vertrauten und neu zu entdeckenden Orten in unterschiedlichen Facetten zu erleben.
Der Kartenvorverkauf hat am 1. September 2026 begonnen.
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Roberta Mameli, Sopran
Akademie für Alte Musik Berlin
Bernhard Forck, Konzertmeister
Georg Friedrich Händel (1685–1759):
Suite B-Dur HWV 43 The Alchemist
»Con l'ali di constanza« aus der Oper Ariodante HWV 33
für Sopran, Streicher und Basso continuo
Alessandro Scarlatti (1660–1725): Concerto Nr. 3 F-Dur
aus Six Concertos in Seven Parts
Giovanni Battista Pergolesi (1710–1736): Orfeo
Kantate für Sopran, Streicher und Basso continuo
Pietro Antonio Locatelli (1695–1764): Concerto grosso c-Moll op. 1 Nr. 11
Giovanni Battista Ferrandini (1710–1791): Il pianto di Maria
Kantate für Sopran, Streicher und Basso continuo
Mit Georg Friedrich Händels bewegender Musik ist die Akademie für Alte Musik Berlin, eines der renommiertesten Ensembles für Barockmusik, nach vielen Jahren erneut bei den Kasseler Musiktagen zu Gast. Gemeinsam mit der Sopranistin Roberta Mameli, die weltweit als herausragende Interpretin des italienischen Barockrepertoires gefragt ist, erfüllt das Ensemble das Schauspielhaus mit einer funkelnden Mischung aus Arien und Instrumentalwerken: von Händels Suite The Alchemist und der virtuosen Arie »Con l'ali di costanza« aus der Oper Ariodante über zwei Concerti von Alessandro Scarlatti und Pietro Antonio Locatelli bis hin zu Giovanni Battista Pergolesis Orfeo-Kantate und einem Werk, das lange Händel zugeschrieben wurde: Giovanni Battista Ferrandinis Il pianto di Maria.
Pergolesis Orfeo-Kantate lässt die mythische Figur des Sängers zwischen Hoffnung und Verzweiflung aufleuchten, während Ferrandinis groß dimensionierte Klage der Maria weit über eine kleine geistliche Andacht hinausgeht: In seiner opernhaften Dramaturgie entfaltet sich ein seelischer Parcours zwischen leisen, fast erstarrten Momenten und dramatisch aufgewühlten Ausbrüchen. Im Wechsel von Rezitativen und Arien spannen die Werke einen Bogen von innerem Trost über leidenschaftliche Entschlossenheit bis hin zur existenziellen Klage – barocke Musikdramen im konzentrierten Konzertformat. Gerade in dieser Verdichtung zeigt sich, wie Musik innere Erschütterung hörbar machen kann und uns fragt, welche Erfahrungen, Verluste oder Hoffnungen uns selbst am tiefsten bewegen. So entsteht ein Abend, der die barocke Klangwelt in einer besonderen Intensität erlebbar macht.
Pfarrerin Dr. Insa Rohrschneider, Liturgie und Predigt
Kantorei St. Martin
KMD Eckhard Manz, Orgel und Leitung
Wege aus | in | zu ...:
Chorimprovisationen
Gruppenimprovisationen
Musik von Johann Hermann Schein (1586–1630) und
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)
Der Gottesdienst sucht theologische und spirituelle Spuren, wie Menschen durch Musik neue Räume in sich und in der Gemeinschaft entdecken. Dr. Insa Rohrschneider ist zusammen mit Maike Westhelle neue Pfarrerin an St. Martin und freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit.
Clara Andrada de la Calle, Flöte
Liisa Randalu, Viola
Anne-Sophie Bertrand, Harfe
John Dowland (1563–1636):
Flow, My Tears (Lachrimae Pavane) für Harfe solo
Benjamin Britten (1913–1976):
Lachrymae. Reflectioins on a Song of Downland op. 48
Fassung fü Viola und Harfe
Ausschnitte aus der Suite für Harfe solo op. 83
Elegy für Viola solo
Claude Debussy (1862–1918):
Sonate für Flöte, Viola und Harfe
Syrinx für Flöte solo
Astor Piazolla (1921–1992): L'Histoire du Tango
Fassung für Flöte und Harfe
André Jolivet (1905–1974): Petite Suite für Flöte, Viola und Harfe
Eine klangschönere Kammermusik-Kombination als ein Trio aus Flöte, Bratsche und Harfe lässt sich kaum denken. Und wenn dabei mit Clara Andrada de la Calle, Liisa Randalu und Anne-Sophie Bertrand drei exzellente Solistinnen des hr-Sinfonieorchester zu den Instrumenten greifen und ein Programm zwischen Spätrenaissance, Impressionismus und Tango präsentieren, ist Hochgenuss garantiert. Anne-Sophie Bertrand verzauberte das Kasseler Publikum bereits 2023 mit ihren Pariser Harfen-Welten, und auch Liisa Randalu ist durch ihre Auftritte beim Kammermusikfestival BEGEGNUNGEN in der Stadt keine Unbekannte.
Neben Raritäten wie André Jolivets Petite Suite oder Benjamin Brittens Suite für Harfe erklingen in diesem Konzert auch beliebte Repertoire-Nummern wie John Dowlands Lautenstück Lachrimae Pavane – später als Lied Flow, My Tears im Europa des frühen 17. Jahrhunderts berühmt geworden –, Claude Debussys betörendes Syrinx
für Flöte solo über die gleichnamige griechische Nymphe, und Astor Piazzollas L’Histoire du Tango, in dem der große argentinische Bandoneon-Spieler und Komponist die Geschichte des Tangos nachzeichnet. In der einzigartigen Atmosphäre der Weinkirche treffen so Tränenlieder, schillernde Farben und mitreißende Rhythmen aufeinander – Kammermusik, die unter die Haut geht.
Studio Lev Cho:r
Sem R. A. Wendt, Bassklarinette
Krystian Köhn, Konzeption, musikalische Leitung
Musik und Improvisationen aus verschiedenen Zeiten und Kulturen
Bewegungen auf, im und unter Wasser erzeugen ihre eigenen Klangwelten. Für ihre musikalische Bootsfahrt treffen die jungen Sänger:innen des Studio Lev Cho:r Kassel unter der Leitung von Krystian Köhn auf Sem R. A. Wendt, Bassklarinettist des treppenhausorchester. Mit diesem beeindruckenden Instrument taucht Sem Wendt klanglich mit in den musikalischen (Lebens-)Fluss und gestaltet kreativ gemeinsam mit der Gruppe partizipative und überraschende Geräuschwelten rund um das Wasser. Mit zeitgenössischen Liedern aus verschiedenen Genres und Kulturkreisen bewegen sich die Mitwirkenden durch unbekannte und vertraute Gewässer, gleiten über ruhige Wasseroberflächen, trotzen stürmischen Gefahren – immer auf der Suche nach ihrem sicheren Hafen.
Bereits zum vierten Mal ermöglichen die Kasseler Musiktage gemeinsam mit dem Studio Lev Cho:r ein szenisch-musikalisches Projekt in der UK14, wofür die jungen Menschen in einen inspirierenden Austausch mit einem Mitwirkenden aus dem Festivalprogramm treten. An den ersten beiden Festivaltagen ist das treppenhausorchester mit seiner innovativen und begeisternden Spielweise sowohl in der documenta-Halle als auch in der historischen Weinkirche zu erleben.
In Kooperation mit dem Studio Lev Kassel e. V.
und der WELL being Stiftung
Dennis Orellana, Isacco
Christian Senn, Abramo
Ralitsa Ralinova, Sara
Sam Harris, Gamari
Anjela Spaic, Angelo
Heinrich-Schütz-Ensemble
KMD Eckhardt Manz, Einstudierung
Staatsorchester Kassel
Ainārs Rubiķis, Leitung
Marianna Martines (1744–1812): Isacco. Figura del Redentore (Isaak – Vorbild des Erlösers)
Oratorium für Soli, Chor und Orchester
Mit Isacco rückt ein Oratorium ins Zentrum der Kasseler Musiktage, das zu Lebzeiten seiner Schöpferin in Wien Aufsehen erregte – und danach fast verschwunden ist. Die Komponistin, Sängerin und Pianistin Marianna Martines, ausgebildet unter anderem von Joseph Haydn und Johann Adolph Hasse, schrieb ein Werk, das 1782 im Wiener Hofburgtheater aufgeführt wurde – als einziges Oratorium einer Frau an diesem renommierten Ort. Ihr dramatisches Gespür zeigt sich in virtuosen Arien und emotional wirkungsvoller Orchestermusik. Die biblische Geschichte von Abrahams Opferprüfung – der Auftrag, den eigenen Sohn Isaak zu töten, und der rettende Engel im letzten Moment – wird so zum musikalischen Spiegel für Vertrauen, Angst, Gehorsam und Zweifel: Was bewegt uns, wenn vertraute Sicherheiten ins Wanken geraten?
Das Staatsorchester Kassel unter Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis und das Heinrich-Schütz-Ensemble, beide regelmäßig bei den Kasseler Musiktagen zu erleben, bringen das selten gespielte Werk in der Martinskirche zur Aufführung. In den fünf Gesangspartien sind unter anderem der Sopranist Dennis Orellana in der Hauptrolle zu hören, welcher vergangenen Sommer bei den Salzburger Festspielen begeisterte, der an den bedeutendsten Opernhäusern weltweit gefragte Bariton Christian Senn sowie die am Staatstheater Kassel bestens vertraute Ralitsa Ralinova. In Kassel wurde auch die moderne Ausgabe des Werks verlegt, im Furore-Verlag, der sich seit 40 Jahren für die Musik von Komponistinnen stark macht.
Werke von
Claudio Monteverdi (1567–1643)
Biagio Marini (1595–1663)
Dario Castello (1602–1631)
Ein Abend ganz nah an Claudio Monteverdi: Raffaele Pe und sein Ensemble La Lira di Orfeo widmen sich jenen Liedern, die der große Meister ursprünglich teilweise für den privaten Rahmen schrieb – Musik, die nach innen lauscht. Der von der New York Times als »Barockstar« beschriebene Countertenor ist einer der prägenden Monteverdi-Interpreten seiner Generation und hat mit La Lira di Orfeo, einem vielfach ausgezeichneten Barockensemble, zahlreiche innovative Projekte auf internationalen Bühnen realisiert. Als Sänger mit feinem Gespür für Text und Affekt erkundet Pe die ganze Spannweite dieser Miniaturen: von der bittersüßen Spannung in Sì dolce è il tormento (So süß ist die Qual) bis zur stillen Innigkeit des Salve Regina.
Zwischen geistlichen Werken und Opernauszügen aus L’Orfeo und L’ incoronazione di Poppea entfalten sich Klangwelten, in denen Trost, Zweifel, Sehnsucht und Hoffnung unmittelbar nebeneinanderstehen. Virtuose Instrumentalsätze von Biagio Marini und Dario Castello öffnen zusätzliche Resonanzräume für Violine und Basso continuo. Nach prägenden Monteverdi-Momenten der vergangenen Festivals – etwa im Eröffnungskonzert 2022 oder in Vespers and Dreams 2023 – führt das Programm diese Spur nun in einem besonders stimmungsvollen Rahmen weiter: Die Alte Brüderkirche ist der Ort, an dem in der Musik von Heinrich Schütz nach seinem Italien-Aufenthalt auch die Einflüsse Claudio Monteverdis zu hören waren. Ihre Atmosphäre bietet den idealen Raum für ein konzentriertes Hörerlebnis, das fragt: Was bewegt dich, wenn Monteverdis Musik direkt ins Innerste zielt?
The Present
Hanna Herfurtner, Sopran, Konzept, Regie und Text
Olivia Stahn, Sopran, Konzept, Regie und Text
Amélie Saadia, Alt
Tim Karweick, Tenor
Florian Hille, Bass
Laura Steenberge, Konzept
Lisa Fütterer, Ausstattung
Leo Albach, Licht
Sarah Rose Lucey, Produktions- und Regieassistenz
Erhöre uns, wenn wir anrufen
Eine Séance für Heinrich Schütz
Performatives Konzert mit einer Uraufführung
von Laura Steenberge (*1981) und Musik von
Heinrich Schütz (1585-1672)
Nach seinem gefeierten Programm Schützling kehrt das Vokalensemble The Present nach Kassel zurück – diesmal mit einem Abend, der Heinrich Schütz ganz neu ins Heute holt. Fünf Sänger*innen bewegen sich zwischen den Zuhörenden, singen a cappella, sprechen, lauschen und werfen Fragen in den Raum: Was bedeutet es heute, »erhört« zu werden – von einem Gegenüber, von einer Gemeinschaft, vielleicht von etwas Größerem? Schütz’ Italienische Madrigale SWV 1–19 treffen dabei auf neue Kompositionen der kalifornischen Komponistin Laura Steenberge, die seine Klangwelt behutsam spiegelt, bricht und weiterschreibt.
Das szenische Konzert ist als zweiteiliger Abend angelegt: Zu Beginn entsteht ein kurzer performativer Prolog, in dem sich The Present unter das Publikum mischt und gesprochene Texte, Geräusche und erste Vokalklänge verwebt. Danach öffnet sich die große Weinkirche, in der fast ausschließlich gesungen wird: dichte, alte Polyphonie, fragile neue Linien, Momente der Stille. Mit einem Augenzwinkern stellt The Present die entscheidende Frage: Wird es gelingen, Kontakt zu Heinrich Schütz aufzunehmen? Geht der Komponist ans Geistertelefon?
Eine Produktion der Mitteldeutschen Barockmusik e. V. /
Heinrich Schütz Musikfest 2026
Rekomposition
der 7. Symphonie E-Dur
von Anton Bruckner (1824–1896)
Das Stegreiforchester kehrt nach mehreren mitreißenden Auftritten erneut zu den Kasseler Musiktagen zurück und nimmt sich diesmal Anton Bruckner vor. Unter dem Titel freebruckner befreit das Ensemble dessen Symphonik aus den gewohnten Bahnen: auswendig spielend, ohne Dirigat, mit improvisatorischer Freiheit und viel körperlicher Präsenz im Raum. Die Musiker*innen bewegen sich zwischen den Zuhörenden, zerlegen Bruckners Klanggebirge in flexible Bausteine und setzen sie neu zusammen – nahe am Original und doch überraschend offen.
In freebruckner sucht Stegreif damit die Auseinandersetzung mit diesem großen Symphoniker der Romantik und entwickelt eine genreübergreifende Rekomposition von Bruckners 7. Symphonie. Die berühmte Trauermusik des zentralen Adagios wird zum Ausgangspunkt, um sich konstruktiv mit den vielen gesellschaftlichen Verlusterfahrungen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Den Klang des symphonischen Orchesters erweitern die rund 30 Musiker*innen um Saxophon, Drumset, E-Gitarre und die Verwendung der eigenen Stimmen. Ursprünglich für den neuen Spielort St. Kunigundis geplant, an dem sich nun leider die Baumaßnahmen verzögern, entsteht an einem bekannten, zentral gelegenen Spielort, der rechtzeitig bekanntgegeben wird, zum Abschluss des Festivals im Hier und Jetzt eine Performance, die die Grenzen zwischen Mitwirkenden und Besucher*innen, zwischen Komposition und Improvisation sprengt – und ganz direkt fragt: Was bewegt dich, wenn sich eine Symphonie löst von festen Plätzen, von Notenpulten, von Routine, und sich mitten unter den Menschen neu erfindet?
Musik bewegt uns – sei es durch Rhythmen, die uns mitschwingen lassen, oder durch Gefühlswelten, die uns emotional berühren. Die vielfältigen Formen musikalischer Bewegung sind bei den kommenden Kasseler Musiktagen an vertrauten und neu zu entdeckenden Orten in unterschiedlichen Facetten zu erleben.
Der Kartenvorverkauf hat am 1. September 2026 begonnen.
Die Zustellung der Konzertkarten erfolgt per Post oder durch Hinterlegung an der Abendkasse. Die Zahlung Ihrer Bestellung erfolgt per Vorkasse oder Lastschrift.